Brest und Region bis Concarneau

Immer, wenn wir einen Ort verlassen um in eine neue Region weiter zu reisen, suche ich auf der Strecke eine Stadt, die einen Besuch wert scheint. Von Paimpol her nach Brest haben wir uns auf halbem Weg für Morlaix entschieden. Eine interessante Stadt tief im Tal. Im Norden der Stadt steht ein riesiges Eisenbahnviadukt, welches 1865 in Betrieb genommen wurde. Dieses Viadukt erinnert mit seiner Fussgängerpassage an das Grandfey-Viadukt bei Freiburg. 

Links: Pointe de Dinan - Rechts: Schiffsmodell im spannenden Museum im Schloss Nantes

Seit Beginn des 16. Jahrhunderts steht das Haus "Maison dite de la duchesse Anne" von Anne de Bretagne in Morlaix. Durch verschiedene Ehen war sie Erzherzogin von Österreich, Königin von Frankreich, Sizilien und Jerusalem und Herzogin von Mailand. Sie interessierte sich für Künste, welche sie besonders förderte. In einem historischen Restaurant genossen wir vor der Weiterfahrt Kaffee und Kuchen. 

Rechts: Maison dite de la Duchesse Anne, Mitte: «au petit Chapeau Rouge», Rechts: Das Viadukt 


Brest, eine riesige Stadt an der gleichnamigen Bucht. Wie Le Havre wurde Brest im zweiten Weltkrieg stark bombardiert. Einzig das Schloss wurde kaum in Mitleidenschaft gezogen. Brest wurde, aus meiner persönlichen Sicht "chaotisch" wieder aufgebaut. Die Stadt ist wohl schnell gewachsen und heute überfüllt mit Autos. Mit dem Auto durch die Stadt zu fahren ist sehr anstrengend. Überall sind grosse Plätze und Strassen mit "Blech" vollgestopft. Mit dem Vermieter, Christian, hatte ich interessante Gespräche. Er ist in Brest aufgewachsen und schwärmt von dieser Stadt. Er sagte mir, dass Brest eine sehr offene und international verbundene Stadt sei. Der Hafen, die Armee und der Handel haben Kontakte zur ganzen Welt.

Nebst den negativen Eindrücken meinerseits hat es auch spannende Plätze zu entdecken und die Region ist sehr schön. Im Quartier "Capucins" steht eine alte Werft. Diese wurde als Kongresszentrum umgebaut. Es gibt Ausstellungen und Anlässe das ganze Jahr durch. Im selben Gebäude ist eine riesige Mediathek integriert. Bei unserem Besuch fand eine Ausstellung über Abfall-Wiederverwertung statt. Die Seilbahn über den Fluss Penfeld ist insofern spannend, dass sich die Kabinen übereinander kreuzen. Das Schloss ist ebenso einen Besuch wert. 



Le Conquet ist nordwestlich von Brest. Auf der Halbinsel Kermorvan genossen wir eine Küstenwanderung. Dabei bewunderten wir die kleine Insel "L'Îlette" und bestaunten den Leuchtturm Kermorvan bei starkem eindrücklichem Wind, der die Wellen um die Felsen schlug. Weiter haben wir noch einen Halt gemacht, um den Phare Saint-Mathieu zu besuchen. Im Restaurant 1954 neben dem Leuchtturm hatte es um 14°°Uhr nur wenig Gäste. Wir hatten Lust, einen Kaffe mit Kuchen zu geniessen. Leider wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht gewünscht sind, wenn wir nicht Mittagessen. So fuhren wir weiter und verpflegten uns mit Bananen und Keksen, die wir mitgenommen haben. 


Die Halbinsel (Presqu'Île) Crozon ist recht gross. Wir haben uns entschieden, die Pointe de Dinan und das Kastell Lostmarc'h mit seinen Menhiren zu besuchen. Die Wanderung der Küste entlang war bewegend. Der Besuch des Weilers Lostmarc'h faszinierend und mystisch. 


Als wir Brest verlassen hatten besuchten wir die Stadt Quimper. Eine sehr schöne mittelalterliche Stadt mit einem Charme ähnlich wie Dinan. Eine gepflegte Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern, schönen Gassen und besonderen Bauten. Mitten in der Stadt fliesst der Steïr in den Odet, über welchen etwa alle 100 Meter Fussgängerbrücken führen. Quimper ist auch bekannt für seine Fayencen, welche seit vier Jahrhunderten nach alter Tradition von Hand geformt und verziert werden. Im Quartier Locmaria besuchten wir die besondere Kirche und die "Biscuiterie de Quimper", welche bretonische Spezialitäten von Hand fabriziert. 

Mitte: Saint Antoine, Schutzpatron der Fayenciers


In Concarneau haben wir eine Woche gelebt und unser Auto vor der Wohnung "ruhen" lassen. Wir haben unsere Geschäfte für Lebensmittel gefunden und genossen Spaziergänge durch die besondere Altstadt und über die begehbaren Mauern darum. Eindrückliche Wanderungen der Küste entlang und eines Besuchs des Schlosses Keriolet, welches leider in dieser Saison geschlossen ist, passten uns sehr. Das Schloss wurde anfangs 13. Jahrhundert als Herrenhaus errichtet. 1862 kaufte die russische Hofdame Sinaida I. Jassupowa das Schloss für ihren Mann, Charles Chauveau. Sie baute es in neogotischem Stil aus. Seit 21.12.1984 steht das Schloss unter Denkmalschutz. 


Ähnlicher Foto-Standort; einmal Ebbe, einmal Flut - sehr eindrücklich

Schloss Keriolet bei Concarneau


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