Messina - Catania

Nach einem kurzen Aufenthalt in Scilla, einem malerischen Fischerdorf haben wir in Villa San Giovanni die Fähre nach Messina genommen. Einmal mehr, der Sprache nicht gewachsen, war es eine kleinere Herausforderung. Da wir uns nicht in der touristischen Saison befinden, hat es recht wenig Betrieb. Folglich kann man nicht einfach einer Autokolonne nachfahren. So geschah es, dass ich aus Unsicherheit vor einer Abzweigung kurz anhielt, wartete bis mich ein anderes Fahrzeug überholte (im Rückspiegel sah ich, dass der Fahrer auch ein Ticket gekauft hat) dem ich dann folgte. Die Fahrt war durch ein Quartier um alle Ecken und plötzlich stand man auf dem Platz, wo all die verschiedenen Fahrzeuge einspurten, um auf die Fähre zu gelangen, das Durchatmen tat gut, die Anspannung ist verflogen und ich war zufrieden. Kurz darauf begannen sich die einzelnen Kolonnen zu bewegen und wir waren auch schon auf der Fähre. Keine Stunde später waren wir in Messina angekommen. Die Reise auf Sizilien hat am 5. Januar 2022 begonnen. 

Catania, Piazza del Duomo


Einmal mehr, beginnen wir der Reihe nach mit einigen Eindrücken vor der Überfahrt. 

Scilladieses kleine Fischerdorf, welches jedes Jahr ein Schwertfisch-Fest zelebriert und dem Castello Ruffo, welches eine schlaraffenwürdige Burg besitzt, hat es in sich. Von diesem Dorf her hat man eine tolle Sicht auf Sizilien. Man kann sogar den Stromboli sehen. 

  

  


Die Überfahrt auf der Fähre war eindrücklich. In gut 30 Minuten ist man schon auf der Insel. 

 


Messina, eine Stadt, die viel Potenzial hat, das nicht ausgeschöpft wird. Wir haben die Stadt einen ganzen Tag erkundet und viel Schönes, aber auch weniger schönes gesehen. Das Schöne sind einige Bauten und der Blick über die Meerenge. Die Neustadt ist interessant. Unser Hotel war in der Nähe eines neueren Stadtteils. Ein begrünter Platz mit Riesenrad und eine moderne Einkaufsmeile mit vielen schönen Geschäfte. In der Altstadt gibt es eindrückliche Bauten, die Wege und Strassen dazu, sind unglaublich schmutzig, leider nicht nur hier.

      Links im Bild die Kathedrale von Messina, diese wurde 1943 Opfer eines Bombenangriffs. Der Glockenturm blieb verschont. Die Kathedrale wurde 1947 wieder eingeweiht. Eine eindrückliche Messe habe ich erlebt. 

  


  

Zur Erinnerung an den Gründer der Pfadfinderbewegung steht hier ein Denkmal an Lord Robert Baden-Powel. Zum Glück sieht er diese Müllhalde neben seinem Denkmal nicht. Bestimmt würde er einen Einsatz organisieren, den Platz mit einer Gruppe Pfadfinder zu reinigen und dies auch medienwirksam umzusetzen, sodass in Italien das Littering thematisiert würde und man einen sauberen Ort als Vorbild mit "vorher/nachher" veröffentlichen könnte. In seinem letzten Brief hielt Baden-Powel fest, ich zitiere: “But the real way to get happiness is by giving out happiness to other people. Try and leave this world a little better than you found it …”


Catania war die Überraschung. Wir sind mit dem Zug von Taormina nach Catania gefahren. Beim Bahnhof bestiegen wir einen Bus der uns ins Zentrum führte. Als wir auf der Piazza del Duomo standen waren wir begeistert vom Anblick der Kathedrale Sant'Agatha, ja vom ganzen Platz mit den übrigen historischen Gebäuden und dem Elefantenbrunnen von 1735. Im Wappen von Catania hat es einen Elefanten. Die Idee, einen Brunnen mit einem tragenden Obelisken zu bauen kam vom Elefantenbrunnen auf der Piazza della Minerva in Rom. Der Elefant wie auch der Obelisk wurden anscheinend zufällig in den Trümmern der zerstörten Stadt gefunden. Der Elefant ist beschmückt und trägt den Obelisken mit Eleganz. Das Kreuz auf der Spitze ist das Symbol des Christentums. 

  
 
Durch die ganze Stadt kommt man immer wieder an Gebäude die einem ins Staunen versetzen. Das Benediktinerkloster mit seinem riesigen Kreuzgang und der im Jahr 1897 eröffneten Bibliothek, beherbergte manche Persönlichkeiten, die hier eine Rast einschalteten. Das römische Theater ist eindrücklich und nicht allzu weit entfernt ist das Amphitheater, welches 16'000 Sitzplätze aufwies. Von diesem sind nur noch wenige Überreste zu sehen. König Theoderichs (493-526) erlaubte den Bürgern, die Steine des Theaters zu nutzen, da das Theater zu dieser Zeit schon sehr baufällig war. Catania kann man in einem Tag nicht sehen. Es hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass sich ein Aufenthalt von zwei Tagen unbedingt lohnt. 

  

   
  

Nebst Früchten und Gemüsehändlern gab es hier fliegende Maskenverkäufer - Corona lässt grüssen. 






















































 




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