Noto, Barockstadt - Noto Antica, Geschichte
Der Barokstadt Noto gebührt ein eigener Bericht. Vor vielen Jahren war ich mit meiner (ehemaligen) und einer befreundeten Familie zusammen mit unseren Söhnen auf Sizilien. Wir Sieben haben nebst einer Badeferienwoche in Taormina (Giardini-Naxos) eine Rundreise von einer Woche gemacht. Ich erinnere mich gerne daran zurück, so auch besonders an Noto. Die Reise seinerzeit war zeitlich begrenzt. Wir besuchten etliche Orte, aber Zeit für längere Aufenthalte hatten wir nicht. Es blieben mir eindrückliche Bilder. Ich habe mir immer gewünscht, die Insel einmal länger besuchen zu dürfen. Auf der aktuellen Reise habe ich Zeit, mich mit der Geschichte auseinander zu setzen und die Orte nicht nur an "Hotspots" zu besuchen, sondern auch durch Gassen zu schlendern. Dabei können wir uns auch vorstellen, wie hier früher gelebt wurde und wir erleben, wie heute hier gelebt wird. Maria hat dieselben Interessen und so verweilen wir meistens längere Zeit an solchen Orten als vorgesehen. Das passt uns beiden sehr.
Noto Antica wurde von den Sikelern gegründet und war bald im Machtbereich von Syrakus. Im 9. Jahrhundert erhielt die Stadt unter den Arabern eine überregionale Bedeutung. Das Emirat von Sizilien herrschte ab 831 und Palermo war seine Hauptstadt. Die Insel wurde unter muslimischer Herrschaft wohlhabend und weltoffen. Der Handel und die Landwirtschaft blühten auf und Palermo war eine Stadt mit überdurchschnittlich hohem Wohlstand in Europa. Die Stadt Noto, die letzte muslimische Bastion, fiel 1091, was das Ende der unabhängigen islamischen Herrschaft auf Sizilien bedeutete.
1693 wurde die Stadt Noto Antica durch ein Erdbeben vollständig zerstört. Die zerstörte Stadt kann man heute noch besichtigen. Die Zufahrt ist spannend, eng und holperig. Das Gelände der ehemaligen Stadt macht Eindruck. Vom Stadttor, der Stadtmauer und einem Turm sind Teile noch gut zu erkennen. Auf dem übrigen Terrain ist nicht mehr viel übrig. Teils erkennt man noch Grundmauern, teils findet man einfach lose so herumliegende Steine und Grabstellen. Es ist höchst interessant. Eine Strasse und die Grundmauern eines Tempels kann man auf dem Areal noch gut sehen.
Unglaublich und kaum vorstellbar, was ein Erdbeben für einen Schaden anrichten kann. Am 9. Januar ging ein schädliches Vorbeben voraus. Am 11. Januar abends war das Hauptbeben, welches eine Stärke von 7.4 auf der Moment-Magnituden-Skala aufwies. Die Einstufung lautet "gross" und bringt eine Zerstörung über weite Gebiete. Es ist das stärkste Erdbeben in der italienischen Geschichte. Über 70 Städte wurden zerstört, einige - wie Noto Antica zeigt - vollständig. Man geht davon aus, dass bei diesem Beben 60'000 Menschen ihr Leben verloren haben.
Noto
1703 wurde die heutige Stadt Noto an einem nahe gelegenen Standort neu gebaut. Sie wurde in einem Stil des sizilianischen Barocks gebaut. Die Gebäude haben eine Eleganz mit vielen Details. Man kommt aus dem Staunen kaum heraus. Die nachfolgenden Bilder sprechen für sich:
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