Über Noto und Noto Antica habe ich separat berichtet. Das Val di Noto beherbergt viel Schönes, nicht nur Städte, sondern auch Naturschutzgebiete zum Wandern. Im Val di Noto haben wir den Grand Canyon von Sizilien im Naturschutzgebiet im Cavagrande del Cassibile entdeckt. Wir genossen eine Wanderung auf der Höhe des ca. 10 Kilometer langen und 250 Meter tiefen Canyon, durch welchen sich der Fluss Cassibile schlängelt. Dieser Fluss hat sein Bett über Jahrmillionen in den Kalkstein gegraben. Während dieser Zeit bildeten sich viele Wasserbecken, Steinplatten und Wasserfälle, die eine Wanderung abwechslungsreich gestalten. Aufgrund unseres auslaufenden Greenpasses haben wir Avola etwas früher als vorgesehen verlassen (siehe Bericht vom 6. Februar 2022). Deshalb konnten wir die Wanderung in den Canyon selber zum "Laghetti Cavagrande" nicht machen. Wir sehen es positiv, denn der Abstieg scheint sehr steil zu sein und wäre für Maria wohl eine grosse Herausforderung gewesen. Maria möchte, wie früher, überall hin gehen und sagt noch heute: "kein Problem, ich probiere". Ich probiere immer wieder gerne, doch manchmal ist es ein Stress für uns beide. Vor allem dann, wenn die Schmerzen in Marias Knie beginnen. So wurde uns vielleicht solch ein Stress erspart. So sehen wir die verpasste Wanderung auch positiv 👍.


Syrakus, eine ganz besondere Stadt, die uns begeistert hat. Die Geschichte der Stadt ist spannend. Die verschiedenen Bauten, Gassen und archäologischen Stätten könnten vielseitiger nicht sein. Ca. 730 BC haben griechische Siedler aus Korinth auf der Insel Ortygia die Stadt gebaut. Da es ein guter Standort war entwickelte sich die Stadt rasch und dehnte sich auf dem Festland aus. Übrigens, Platon lehrte hier Philosophie und Archimedes entwickelte Kriegsmaschinen um die Stadt zu verteidigen.
Im 9. Jahrhundert eroberten die Araber Sizilien und machten Palermo zur neuen Hauptstadt. Syrakus hat seine wichtige Bedeutung verloren. 1693 wütete das verheerende Erdbeben und traf auch die Stadt. Im Jahr 1861, nach der Vereinigung mit Italien wurde Syrakus 1865 eine regionale Hauptstadt.
Der Brunnen "Fonte Aretusa", eine Süsswasserquelle verbindet eine Sage. Die griechische Nymphe Arethusa verwandelte sich mit der Hilfe von Artemis, der Göttin der Jagt, in eine Quelle. Der Jäger Alpheios verwandelte sich in einen Fluss und erreichte über die Insel Ortygia Arethusa um sich mit ihr zu vereinen.
Die Kathedrale von Syrakus steht auf der höchsten Stelle der Insel und war der Siedlungskern im ältesten Stadtviertel. Da stand 700BC ein Tempel, welcher der Athene geweiht war. Der Tempel wurde öfters umgebaut und der Zeit angepasst. Während der islamischen Herrschaft wurde die schlussendliche Kirche auch als Moschee genutzt. Fundamente und einige Säulen aus der griechischen Epoche sind noch heute gut sichtbar. Es ist sehr spannend zu sehen, wie diese in die heutige Kathedrale integriert wurden.
Das Castello Maniace dominiert noch heute das Bild der Stadt. Ältere Grundmauern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Staufenkaiser und König von Sizilien, Friedrich II liess die Festung bauen. Wir haben das Castello besucht und freuten uns an einer Sonderausstellung des Künstlers Alfredo Pirri, der sich an der Akademie der Schönen Künste in Florenz, Mailand und Rom weiterbildete. Seine Installation im gossen Saal ist umwerfend.
Die Performance des Künstlers Alfredo Pirri ist faszinierend. Beim Betreten des "Spiegelsaales" geht man vorerst "süüferli"
Der Apollontempel aus dem 6. Jahrhundert BC ist wahrscheinlich der älteste griechische Tempel auf Sizilien. Nachfolgend noch einige pittoresken Gassen der Stadt.


Ragusa, eine besondere Stadt. Die Gegend war schon in der Frühbronzezeit, also über 2'000 Jahre BC besiedelt. Ab dem 6. Jahrhundert war Ragusa Teil des byzantinischen Reichs. Die Araber eroberten die Stadt 868. Anschliessend regierten Normannen, Staufer und Aragonesen. Im Jahr 1693 wurde auch diese Stadt vom Erdbeben arg gebeutelt. Die neue Stadt, auch Oberstadt, oder Ragusa Superiore genannt, ist geometrisch angelegt. Die Unterstadt, Ragusa Ibla beherbergt die meisten barocken Gebäude. Wir haben unser Auto in der Oberstadt parkiert und sind talwärts, vor allem Treppen, ein Weg etwa 1½ Kilometer, gewandert um die Barockgebäude zu bewundern. Es hat sich gelohnt.
Avola, die moderne, hexagonale Stadt. Sie wurde ursprünglich als Sechseck geplant und gebaut. Sie wuchs jedoch sehr rasch und diese Architektur sieht man nur noch aus der Vogelperspektive oder auf der Karte. Wir haben Avola als Ferienwohnsitz gewählt, da die Stadt für verschiedene Ausflüge im Val di Noto sehr zentral gelegen ist. Wir wussten nicht, dass die Stadt Avola in der Provinz Siracusa den Namen der Rebsorte Nero d'Avola gibt. Nero d'Avola ist eine der bedeutendsten Rebsorten auf Sizilien. Der Vorläufer dieser Rebsorte kommt vermutlich aus Griechenland. Es ist ein reiner, kräftiger, fruchtiger, intensiver und vollmundiger Wein wo man die Sonne Siziliens spürt. Zum Teil werden auch Assemblages produziert. Wir haben profitiert und einige Weine genossen - herrlich, sehr zu empfehlen.
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