Die Stadt Palermo und seine Umgebung hat uns ausserordentlich gefallen. Aus diesen Gründen haben wir den Aufenthalt um fast drei Wochen verlängert. Palermo verbindet man gerne mit Mafia und Gefahr. Ich habe kürzlich gelesen, dass Palermo nicht nur die viertgrösste, sondern auch die sicherste Stadt in Italien sei. Wir haben bis Heute und hoffentlich auch in Zukunft gute Erfahrungen gemacht.
Palermo bietet kulturell extrem viel. Wir konnten uns Zeit nehmen und die Stadt so richtig kennen lernen. Wir mussten nicht im Eiltempo von einer Sehenswürdigkeit zur anderen rennen in der Hoffnung, nichts verpasst zu haben. Jede Woche sind zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen eingefahren. Das Flaggschiff der Costa "Toscana" mit 1'550 Balkonkabinen ist extrem. Wenn die Kreuzfahrtschiffe anlegen hat es jeweils mehrere grössere Gruppen, die sichtbar mit einem kleinen Audioguide behängt, hinter einer Stadtführerin hergehen. Es gibt viele autofreie Gassen die zum Flanieren einladen (im Vergleich zu Murten, Palermo hat ca. 700'000 Einwohner 😉. In Murten haben wir die nördliche Kreuzgasse, was im Verhältnis vielleicht nicht ganz stimmt. In Murten kommen zum Glück wohl nicht jede Woche zwei Kreuzschiffe mit je 5-6000 Reisenden an.). Man kann mit einer Kutsche durch die Stadt fahren, oder sich mit kleinen Autos durch die Stadt führen lassen. Museen und vor allem Kirchen hat es viele und sie sind eindrücklich und sehenswert. Dazu kommt der Normannenpalast und das Naturschutzgebiet Capo Gallo. Wir besuchten die Stadt öfters und ergötzten uns am Leben der Menschen in der Stadt und Touristen.
Am Piazza Bellini sind drei Kirchen. Wir wollten nicht alle drei am selben Tag besuchen, wir hatten ja genügend Zeit. Beginnen wir mit der Kirche der heiligen Katharina von Alexandria. Sie wurde für den Dominikanerorden von einem wohlhabenden Bewohner der Stadt finanziert. Gebaut wurde sie im 16. Jahrhundert im barocken Stil.
Mein Vater hätte Freude am Zitronen-/Orangenbaum rechts im Bild. Er konnte im Blessonay einen Apfelbaum zweien.
Die Admiralskirche wurde 1143 gebaut und erfuhr während der Jahre etliche bauliche Veränderungen. 1435 wurde sie an ein Benediktinerinnenkloster angegliedert. Im 17. Jahrhundert wurde eine Barockfassade vorgesetzt. Der Glockenturm vor dem Eingang zur Kirche ist noch im Originalzustand.
Die dritte im Bund ist die Chiesa di San Cataldo. Ihre Schlichtheit ist ergreifend. Diese normannische Kirche wurde 1154 im arabischen Stil mit drei auffallenden roten Kuppeln gebaut.
Das Teatro Massimo ist sehr eindrücklich. Ursprünglich wollten wir die Oper "Roberto Devereux" besuchen. Es hat leider nicht geklappt und so begnügten wir uns, das Opernhaus mit Führung zu besuchen. Der Bau wurde 1897 im Stil des Historismus fertiggestellt. Ab 1974 musste die Oper etwa 20 Jahre wegen korrupter Mafia-Machenschaften geschlossen bleiben. Während dieser Zeit wurde ein Teil für die Schlussszene des "Der Pate III" filmtauglich instand gestellt. 1997 konnte das Opernhaus wieder eröffnet werden. Die Führung war sehr eindrücklich, vor allem auch der königliche Bereich. In der Loge an bestem Platz haben 23 Personen Platz. Im Vorraum gibt es einen Raucherraum (heute nicht mehr, versteht sich) und eine Halle für königliche Apéros. Wenn man in der Mitte der Halle steht und etwas sagt hat man das Gefühl, in ein Mikrophon zu sprechen.
Die Meeruferpromenade Foro Italico ist schön. Weshalb "nur" schön? Die historische Häuserzeile im Hintergrund und der grosse Platz vor der breiten Promenade könnten besser gepflegt sein. Trotz allem habe ich praktisch jeden Tag einen Spaziergang gemacht und mich an der Aussicht, den Menschen und Tieren erfreut. Was man da alles beobachten kann ist einfach herrlich. Familien, Jugendliche, Fischer, Sportlerinnen und Sportler von morgen früh bis spät abends. Die Bilder sprechen für sich.

Hundehalter konnten ihre Vierbeiner in einer umzäunten Anlage freilaufen lassen. Gute Idee!
Rasenpflege der Stadtverwaltung. Rechts vom weissen Fahrzeug war ein weiterer Mitarbeiter mit einem kleinen Garten-Rasenmäher. Zwei
zusätzliche Fachkräfte bedienten je einem Fadenmäher.
Am Ende der Promenade hat es einige Katzen und Tauben, die friedlich zusammenleben. Es hat zwei Schlafstellen. Die Katzen werden teils mit Trockenfutter verwöhnt. Wenn ein Fischer in der Nähe seinem Hobby frönt sind meist Katzen im Umfeld. Sie hoffen eine Delikatesse zu ergattern.
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