Wenn man über Sizilien spricht, werden griechische Tempel vom Tal der Tempel bis Selinunte thematisiert, Barockstädte wie Noto und viele weitere empfohlen, Syrakus, nebst Palermo wohl eine der bekanntesten Stadt angesprochen, über den Ätna und Stromboli diskutiert und nicht zuletzt auch über Olivenhaine, Mandelplantagen und Rebberge sinniert. Eine Kleinstadt ist immer wieder sichtbar, Cefalù. Ich habe grosses Verständnis, dass diese pittoreske Stadt mit seinem Rocca di Cefalù im Rücken den Weg in die Herzen vieler Menschen findet. Die Altstadt ist gepflegt, es hat viele schöne Souvenirläden und was auffällt sind die vielen Restaurants, Café bis hin zu sympathischen "Enoteca" die wirklich alle einladend und sauber eingerichtet sind. Wir haben uns auf Anhieb sehr wohl gefühlt und uns auch ein bisschen in dieses Städtchen verliebt.
In Cefalù fanden wir eine kleine Wohnung fast am Meer und nur 1.4 Kilometer von Cefalù entfernt. Wir sind jeden Tag der Küste nach in das malerische Städtchen spaziert, einmal sogar zusätzlich abends um die Abendstimmung einzufangen. Auf dem Rocca war ich zwei Mal. Das erste Mal rekognoszierte ich, ob es für Maria möglich ist, hochzuwandern. Ich erkannte, dass es für Maria gut möglich ist. So wanderten wir zusammen den "Hoger" hinauf. Ein tolles und unvergessliches Erlebnis. Von 0 Meter geht es in kurzer Distanz auf etwas über 260 Meter. Eine tolle Aussicht erwartet die "Wanderer".
Cefalù hiess ab 254 BC unter der römischen Herrschaft Cephaloedium. Das bedeutet Kopf und bezieht sich auf die Form des Rocca di Cefalù. Der Ort war ursprünglich auf dem Kalkfelsen. Im Jahr 1267 wurde die Kathedrale eingeweiht. Diese Normannenkirche wurde zum Zentrum der neuen Stadt am Ufer des Meeres. Die Stadt hat zwei parallel führende Hauptgassen. Die obere führt direkt zur Kathedrale. Die meisten Häuser stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Das Madonie-Gebirge gilt mit seinen 40'000 ha seit 1989 als Naturschutzpark. Er ist bekannt für seine Artenvielfalt. Man geht davon aus, dass hier die reichste Artenvielfalt auf Sizilien heimisch ist. Es wurden bisher über 1'600 pflanzliche Organismen katalogisiert. Die höchsten Berge sind knapp 2'000 Meter über Meer. Es gedeihen hier seltene Pflanzen und Lebewesen. Hier gibt es auch riesige Bäume wie zum Beispiel Eichen, die über 1'000 Jahre alt sind.
Auch die Geologie ist spannend. Das sedimentäre Gestein besteht vor allem aus Kalkstein, Sandstein und Lehm. Besonders alte Steine bildeten sich bereits vor über 200 Mio Jahren. So kann man auch Meeresfossilien finden.
Für unsere Wanderung haben wir Gratteri ausgewählt. Knapp 20 Kilometer von Cefalù entfernt. Wir waren überrascht von der vielseitigen Natur und genossen eine etwa zwei stündige Rundwanderung mit herrlicher Fernsicht. Wie notiert, der Naturschutzpark ist immens und man könnte bestimmt Monate in dieser Region verbringen, wenn man die Natur mit allen Facetten so richtig erleben möchte.








Wir waren fünf Tage in Milazzo. Das Ziel war, den dritten im Bund zu besuchen, den Stromboli. Nach dem Vesuv, dem wohl gefährlichsten Vulkan auf der Welt, über den Ätna, der sich immer wieder mit Ausbrüchen meldet bis hin zum Stromboli, der wirklich regelmässig, ja als Dauerbrenner und das seit Jahrzehnten, wenn nicht länger "kocht". Auf der Bootsfahrt dorthin wurden wir informiert, dass man alle 15 Minuten mit einem Auswurf zu rechnen ist. Auf unserem Ausflug konnten wir - trotz ungünstiger Wetterlage - einige Feuerwerke geniessen. Aufgrund des Wetters war es eher einem Wetterleuchten ähnlich, als einem "Feuerwerk-Vulkan". Doch auch das war für uns spektakulär.
Die Halbinsel von Milazzo (Capo di Milazzo) beherbergt das Venusbad. Eine eindrückliches Naturgebilde, welches tatsächlich zum Bad einlädt.
Um zum Stromboli zu gelangen haben wir eine Bootsfahrt gebucht. Zuerst wurde ein Halt auf der Insel Panarea gemacht. Vom Dorf her kann man den Stromboli wunderschön sehen. Ich kann mir vorstellen, dass das Lichtfestival jeden Abend von Neuem faszinieren kann. Auf der Fahrt wurde uns mitgeteilt, dass dieses Dorf eher von den oberen 10'000 während der Feriensaison belebt wird. Es sei die teuerste Insel.
Anschliessend sind wir bei einer Steinformation vorbeigefahren, wo wir gute Fotos schiessen konnten. Anschliessend kamen wir in Stromboli, dem kleinen Dorf mit 180 Einwohnern, auf der Insel Stromboli an. Der Regen setzte etwas ein. Das
Wasser war sehr dunkel bis schwarz. Der Grund ist das schwarze vulkanische Gestein
vom Ufer weg bis in die tiefe See. Als wir das Boot wieder bestiegen, war der Schauer vorbei und die Wolken zogen etwas ab, leider nicht ganz. Doch wie bereits festgehalten, auch so war die Beobachtung des Vulkans spannend und schön.
Übrigens, in der Kirche von Stromboli haben sie ein berührendes Friedenszeichen erstellt. Eine Friedenstaube mit den Wappen der Ukraine und Russland. Möge der Krieg, von Putin befohlen, bald ein Ende haben. Ich wünsche vor allem dem ukrainischen Volk Ruhe und Frieden
und eine freiheitliche Zukunft.
Es gibt
keinen Weg zum Frieden - der Frieden ist der Weg.
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