Italien - Erlebnisse V
Der Bolaro Markt in Palermo ist unbeschreiblich. Das bunte Treiben fasziniert. Ich hätte stundenlange durch die Gassen gehen können und schauen, staunen und mich freuen an den Menschen. Wenn man diesen Markt erlebt hat vergisst man die Szenen auf den Gassen nie mehr. Die engen Gassen sind mit Marktständen überfüllt, die Menschenmassen zwängen sich zwischen den stehenden Menschen vor den Märkten hindurch. Von weitem hört man die Marktschreier (finde kein anderes Wort, ist positiv gemeint), von nahe versteht man auch, der italienischen Sprache nicht kundig, was der Händler an die Frau/den Mann bringen will. Dazu gehören meistens typische Handgesten - Italien-like eben.
Bari war ein wesentlicher Grund, weshalb wir uns entschieden, in den Süden von Italien zu reisen, da aufgrund der bekannten C-Lage die Einreise nach China nicht möglich war. Maria hat vor längerer Zeit einen Reisebericht im chinesischen Fernsehen über Bari gesehen. Sie sagte mir, dass wir diese Stadt einmal besuchen sollten. Gesagt getan, früher als geplant, wir haben es geschafft und verbrachten zwei ganze Tage in der Stadt. Viel Schönes durften wir erleben.
Am ersten Tag ging ich raschen Schrittes durch die Strasse "Corso Vittorio Emanuele II" um den Palazzo Fizzarotti zu finden, leider erfolglos. Ich gab auf und sagte Maria, dass ich am Abend nochmals im Internet nachschauen müsste. Als wir am zweiten Tag den zweiten Anlauf nahmen, den Palazzo Fizzarotti zu finden, waren wir auf dem richtigen Weg. Er befindet sich am Rande der Altstadt, in der Nähe der Nudelstrasse. Wir gingen von dieser Strasse her, da kam uns ein vermeintlicher Tourist mit Rucksack am Rücken entgegen. Er sprach mich italienisch an und ich ging davon aus, dass er wissen wollte, wo die Altstadt sei. Ich sagte ihm "einfach gerade aus". Aufgrund seiner Reaktion merkte ich, dass er ortskundig ist und mir mitteilen wollte, dass wir in die falsche Richtung gehen. Mit einem Lächeln zog ich mein Mobil aus der Tasche und zeigte ihm, dass ich den Palazzo Fizzarotti suche, der sich wahrscheinlich in der Nähe befindet. Er bestätigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. "Nächste Strasse. links abbiegen und ich sei vor dem Palazzo" teilte er mir herzlich mit. Ich bedankte mich freundlich. Wir kamen auf den Corso, kein Palast zu sehen. Auf einem Park fragte ich einen älteren Herrn nach dem Palast. Er kannte diesen Palast nicht. Ein zweiter Parkbesucher konnte mir endlich helfen. Er sagte, dass der Palast am Corso steht und wir etwa 150 Meter weitergehen müssen. Es sei auf der linken Seite. Wir haben ihn gefunden... ein bisschen nachvollziehbar, dass wir etwas mehr Zeit benötigten um diesen ausserordentlichen Palast zu finden😀. Hinter dem Gerüst versteckt er sich ganz unauffällig... Quelle der Aufnahme rechts: "palazzofizzarotti.com".
Den Palazzo Reale in Palermo, bitte nicht mit einem Schweizer Taschenmesser Victorinox besuchen. Überall sonst, kein Problem 😊
Der "Palazzo Reale" in Palermo ist bestimmt ein Besuch wert. Von aussen ist es eher ein Klotz. Innen hat es durchaus etwas Kaiserliches. Im Haupteingang zum Palast ist eine Sicherheitskontrolle aufgebaut, wie bei einem Flughafen. Uniformierte, unfreundlich aber korrekt, stehen zuhauf vor und im Eingangsbereich. Zum ersten, ja zum Glück auch zum letzten Mal habe ich auf Sizilien erfahren "müssen", dass man hier nicht willkommen ist, sondern dass wir dankbar sein müssen, den Palast besuchen zu dürfen. Eine Anekdote dazu, die mich zum Schmunzeln brachte habe ich im Bericht Palermo II angekündigt.
Wir sind vor dem Palast angekommen und wollten Eintrittskarten kaufen. Wir wurden "sec" darauf gewiesen, dass die Karten 300 Meter weiter unten in einem extra erstellten Gebäude gekauft werden müssen. Ich wollte rasch hingehen um Tickets zu kaufen. Nach zwei/drei Schritten kam mir in den Sinn, dass Maria mit mir kommen muss, sie kann sich den Weg nicht sparen. Greenpass-Kontrolle sein Dank. Stolz, mit den Karten in der Hand standen wir wieder vor dem Uniformierten. Er wies uns mit ernstem Gesicht zur Tür. Wir traten ein und dachten, in einem Flughafengebäude zu sein, wo man durchleuchtet, kontrolliert und das Gepäck gescannt wird. Es waren etwa fünf Uniformierte mit ernster, beschäftigter Miene, die uns mit Handzeichen sagten, was wir zu machen haben. Selbstverständlich folgen wir ihren wortlosen Befehlen. In einer Plastikschale - wie im Flughafen - mussten wir Portemonnaie, Schlüsse, Gurt, Mobile... und ich natürlich mein Taschenmesser hineinlegen. Ich wurde schon fast als Terrorist angesehen "no - no" - wurde ich mit bestimmter Miene angesprochen, der Finger zeigte auf mein Taschenmesser. Sie zeigten mir auf einen Abfalleimer mit dem Hinweis "dorthin gehört die äusserst gefährliche Waffe". So kam es mir zumindest vor. Das war mir dann doch etwas zuviel. Ich bat, dass ich mein Taschenmesser im Kiosk, der zehn Schritte entfernt, abgeben kann, damit ich dieses beim Verlassen des Palastes wieder in Empfang nehmen könnte. Kommt nicht in Frage, die äusserst gefährliche Waffe muss aus dem Palast. Ich ging zum Eingangstor und wollte mein Taschenmesser hinter der Türe hinlegen. Der militärische Befehl folgte unmittelbar: "Aus dem Palast - nicht im Innenbereich". Vor der Eingangspforte des Palastes hat es zwei Säulen. Also legte ich mein Taschenmesser mannshoch hinter die linke Säule. Es folgte kein Kommentar mehr vom Sicherheitspersonal aber Maria machte sich sorgen, dass mein Taschenmesser dort gestohlen werden könnte. Ich beruhigte sie und sagte, lieber gestohlen als im Abfalleimer und überhaupt ich möchte nicht, dass einer der Sicherheitsmenschen sich dann mein Taschenmesser aneignen würde.
Der Palast war eindrücklich und die "Capella Palatina" besonders. Die meisten Bereiche waren geschlossen, so dass wir nur den Hof, den Garten und die Kirche besuchen konnten. Bevor wir den Palast verlassen wollten, ging Maria noch auf die Toilette, respektive sie wollte. Sie ist unverrichteter Dinge zurückgekommen und hat sich sehr geärgert. "Wir haben den vollen Preis für den Besuch bezahlt und ich muss noch bezahlen um auf die Toilette zu gehen. Dieses Geld reut mich, ich gehe später," war ihre Reaktion. In der Tat, der Besuch des stillen Örtchens ist kostenpflichtig. Das scheint in Italien einmalig zu sein. Beim Verlassen des Palastes fand ich mein Taschenmesser am selben Ort.
Ich habe der Fondation eine E-Mail geschrieben - Antwort keine, versteht sich.
Cefalù wird uns immer in bester Erinnerung bleiben. Ein wunderschöner Ort, wir fühlten uns wie zuhause.
Ein Erlebnis bleibt mir auch unvergessen. Wie in meinem Bericht bereits festhielt, habe ich den Rocca zuerst alleine "bestiegen". Ein zweites Mal mit Maria zusammen, eine schöne, steile Wanderung mit herrlicher Aussicht bis hin zu den Äolischen Inseln. Der Weg geht sofort steil hoch, teils über Treppen. Oben ist meistens ein Naturweg, doch gut unterhalten. Dass man einen Eintritt bezahlt finde ich in Ordnung, fünf EURO ist angemessen. Doch es hat einen Haken. Beim Eingang bilden sich längere Schlangen, der Ablauf ist ein bisschen kompliziert. Ich schildere meinen ersten Besuch. Es hatte zum Glück nicht sehr viele Besucher vor mir. Die Besucher stehen vorerst vor einem modernen Ticketautomat. Da dieser so einfach zu bedienen ist, steht eine Mitarbeiterin vor dem Gerät und hilft beim Lösen der Billette. So war auch ich dankbar, dass ich der Mitarbeitenden fünf EURO in die Hand drücken konnte und sie mir das Ticket löste. Hinter ihr sass eine weitere Mitarbeiterin mit einem Block Papier auf dem Schoss. Sie schrieb von Hand die Anzahl Besucher auf. Es handelt sich wohl um eine Statistik, die erstellt wird. Dreissig Meter später ist der Eingang, wo man das Ticket scannen muss. Da auch dieses wohl nicht einfach ist stand ein Herr neben dem Eingang und gab Anweisungen, respektive nahm teils das Ticket in die Hand, scannte es, damit die Besucher durch die Schranke gehen konnten. Das nennt man Service.
Bei Modernisierung ist das Ziel meistens, Personallabbau. Hier scheint es eher das Gegenteil zu sein.
Am anderen Tag, als ich mit Maria zum Eingangsbereich kam, waren wir gar nicht die einzigen Besucher. Vor uns waren knapp zwanzig weitere Besucher. Wir mussten uns schon eine halbe Stunde gedulden, bis wir zum Billettautomaten gelangten. Dasselbe Bild, eine Mitarbeitende hilft den Besuchern beim Lösen des Billetts. Eine Mitarbeitende schreibt fleissig von Hand ihre Statistik und bei der Eingangskontrolle stand wiederum ein Mitarbeiter zu Diensten der Kunden.
Übrigens, beim Ausgang muss man das Billett erneut scannen, sonst... zum Glück weiss ich nicht, was geschehen würde, wenn man das Billett zu früh entsorgt hätte.
Früher war wohl in diesem Ticketkiosk eine Person, die die Billette verkaufte und den Eingang überwachte. Warum einfach machen, wenn es kompliziert auch geht.
Auf Sizilien, vor allem in Milazzo begannen die Glyzinien zu blühen. Auf der Weiterfahrt auf das Festland nach Tarent und Lecce machten wir ab und zu einen Halt, um die Blütenpracht zu bewundern. Das erinnerte mich immer wieder an die schönen Glyzinien am Zaun im Blessonay.
Im selben Zeitrahmen blühten auch die Forsythien neben der Treppe. Es war jedes Jahr ein Feuerwerk, das wir bewunderten. Mutter hat öfters einige Zweige im Wohnzimmer in eine Vase gesteckt. Das sind Bilder, die ich nie vergessen werde.
In Lecce bezogen wir für zwei Nächte ein Hotel etwas ausserhalb der Stadt. Eine wunderschöne Parkanlage und das Zimmer war angenehm. Am Abreisetag fuhr ich mit unserem Auto vor den Haupteingang, damit ich unser Gepäck nicht allzu weit transportieren musste. Wir haben etliches dabei. Aus unserer Unerfahrenheit haben wir wirklich viel zu viel mitgenommen. Das hat damit zu tun, dass wir mit dem eigenen Auto reisen. Da gibt es viel Platz, den es auszunützen gilt. Das machten wir auch bestens, doch schon bald zeigt sich, dass wir etwa die Hälfte der mitgenommenen Kleider nie gebraucht haben. Ich belud unser Auto, wir bezahlten den Aufenthalt und wir wollten unsere Fahrt starten. Unser Auto gab keinen "Mugs" mehr. Ich ging zur Rezeption, umgehend wurden drei Männer organisiert, die unser Auto anschoben. Ich konnte unseren 308cc starten. Bevor ich weiterfuhr schaute ich nach einer Peugeot-Vertretung in Brindisi, unserer nächsten Station. Wir begannen unsere Reise und fanden die Peugeot-Vertretung auf Anhieb. Vor der Garage teilte ich mit, dass wir wohl eine neue Batterie benötigen. Ein Fachmann kam, startete unser Auto und bestätigte den Verdacht. Nach einer Kontrolle im Lager, dass eine Batterie für unser Auto vorhanden ist, wurde ich gebeten, in die Garage hinein zu fahren. Ich versuchte das Auto zu starten - wieder kein "Mugs". Der Fachmann kam mit einer Starterhilfe und fuhr das Auto in die Werkstatt. Eine halbe Stunde später konnte ich das Auto mit einer neuen Batterie in Empfang nehmen und unsere Reise konnte fortgesetzt werden. Ein herzlicher Dank an das PEUGEOT - Team in Brindisi.















Kommentare
Kommentar veröffentlichen