Die Mosel

Seit der Reise von Trier nach Koblenz der Mosel entlang im Oktober 2019, schwärmt Maria immer wieder von dieser Region. So liegt es auf der Hand, dass wir einen "Seitensprung" an die Mosel machten. Wir verbrachten eine Woche in einer kleinen Ferienwohnung in Ellenz, nahe Cochem. Ich stellte jeden Morgen den Wecker früh auf 6Uhr. Ich genoss dann jeweils das Erwachen der Natur mit seinem wunderschönen und vielseitigen Vogelgesang vom Wald her, …unvergesslich.




Am Anreisetag machten wir einen Halt kurz vor Cochem. Ich fand eine Wanderung zur Winneburg, die als "leicht" eingestuft ist. Ein herrlicher und wirklich einfacher Weg führte uns sanft den facettenreichen Wald hoch zur Burgruine, die Ende des 13. Jahrhundert gebaut wurde. Von der gut sanierten Ruine hat man einen eindrücklichen Blick auf Cochem, die Reichsburg und die Mosel. 


In Cochem, nur neun Kilometer von unserer Unterkunft her, waren wir gleich drei Mal. Die Altstadt ist einladend und es hat viele Geschäfte, auch wenn ein grosser Teil davon Weinverkauf, Souvenir-Geschäfte und Restaurants sind. Der Blick auf die Reichsburg und über die Mosel ist besonders schön. In den engen Gassen tummeln sich allerlei farbenfrohe und fröhlicheTouristen. Was wünscht man sich mehr. 

Über 100 Meter ragt die Burg über Cochem und der Mosel, die im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Als die Staufer in Deutschland herrschten erhielt sie den Rang einer Reichsburg. Im pfälzischen Erbfolgekrieg besetzte Ludwig XIV (Sonnenkönig) 1689 die Burg, setzte sie in Brand und zerstörte dadurch ein grosser Teil der Anlage. Im 19. Jahrhundert hat Louis Jacques Ravené, aus Metz stammend und als Glaubensflüchtling in Berlin im Eisenwarenhandel zu Reichtum gekommen, die "Ruine" gekauft und sie wieder aufgebaut. 1942 verkaufte Louis Auguste Ravené die Burg an den preussischen Staat. 1978 konnte die Stadt Cochem die Anlage für 664'000 DM kaufen und verwaltet diese noch heute. 



Eine Schifffahrt auf der Mosel durfte nicht fehlen. So genossen wir eine Fahrt von Cochem nach Beilheim. Die Fahrt führte durch eine Schleuse, das ist immer wieder eindrücklich. 


In Cochem haben wir die Gondel zum Pinnerkreuz genommen. Oben angekommen haben wir eine einfache Wanderung durch Wald und Gelände gemacht. Als wir eine längere Strecke so einsam durch den Wald gingen, wanderte Maria plötzlich immer schneller. Ungewohnt für mich, doch ich fühlte den Grund. Maria fragte mich ab und zu, ob es hier Wildschweine und Schlangen gäbe, was ich jeweils verneinte. Angst schlich sich in ihren Kopf. So fragte ich, weshalb sie plötzlich so schnell wandere? Ernsten Gesichtes sagte sie mir, dass sie Angst habe. Ich lachte kurz auf und sagte ihr, dass sie wirklich keine Angst haben müsse. Kurz darauf sah sie andere Wanderer auf dem Weg, wir verlangsamten unser Tempo. Wir gönnten uns zum Abschluss einen Cappuccino Cool und ein Glas Moselwein. Vor der Talfahrt genossen wir noch die Aussicht auf Cochem und die Winneburg vom Pinnerkreuz her. 

Bei den Kamillen am Rand des Kornfeldes war die Stimmung noch fröhlich. Durch diesen tiefen Wald, nur zu zweit.. na ja, da kann man sich schon fürchten. Endlich geschafft und ein Cappuccino cool ist verdient 😅.

Das Internet hat schon ein gewaltiges Potenzial. Man gibt eine Region ein und sucht "Sehenswürdigkeiten". Da kommt allerhand zum Vorschein. So habe ich die Hängeseilbrücke Geierlay gefunden. Da wird eine Rundwanderung vorgeschlagen, die wir (wie andere hoch zu Pferd - ohne Brücke) gerne gemacht haben. Vom Informationspavillon her geht man zuerst in das Tal hinunter, wandert unter der Brücke durch und dann wieder hoch um über die Brücke wieder zurück zum Startpunkt zu gelangen. Vielseitiger Wald, eindrückliches Tal und grossartiges Erlebnis über die 360 Meter lange Hängebrücke, die 100 Meter über das Tal führt. 


Ein Ruhetag war uns gegönnt. Wir nahmen eine kleine Fähre von unserem Feriendorf aus nach Beilheim. Dort wanderten wir den kurzen Weg zur Burg Metternich, genossen einen Apéro hoch über der Mosel und kehrten gemütlich wieder in die Ferienwohnung zurück. 


Hier ist auch eine schwarze Madonna zu bestaunen.            


Die Mosel hat unzählige Schlaufen, eine davon ist beinahe Rund. Beim Prinzenkopf, nahe der Marienburg, steht ein Aussichtsturm. Zu Recht wird dieser Turm als einer der schönsten Aussichtspunkte an der Mosel genannt. Schon 1888 stand dort ein hölzerner Aussichtsturm. 1899 wurde ein Steinturm gebaut. 1945 wurde dieser gesprengt. 1983 wurde wieder ein hölzerner Turm errichtet, der aus Sicherheitsgründen 2008 demontiert werden musste. Anschliessend wurde die heutige Stahlkonstruktion gebaut, die seit 2009 wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Nach der Wanderung zum Turm besuchten wir noch Zell an der Mosel. Ein pittoreskes, kleines Städtchen. 








Maria fand auf einem Prospekt die Ehrenburg bei Brodenbach. Ihr Wunsch sei mir Befehl. Ich sah, dass es nur ein kurzer Umweg nach Mayen ist. Wir haben uns entschlossen auf dem Weg zur neuen Unterkunft in Mayen die Burg zu besuchen. Von Brodenbach schlängelt sich die Strasse auf die Höhe. Vom Parkplatz her geht es einen guten Kilometer über Feld und durch Wald. Plötzlich steht man vor der mächtigen Burg über dem Ehrbach im Ehrenburgertal. Sie nennt sich die lebendige Burg. Sie bieten in der Tat viele Aktivitäten rund um das Mittelalter an. Ebenso ist ein Restaurant und ein Hotel in die Anlage integriert. 



Auf dieser Burg gibt es wie in Rom einen "Bocca della Verità". Hier jedoch in Form eines Löwenkopfes. Wir haben den Test bestanden. Maria wohl etwas zögerlich und... ich habe zuerst meine linke Hand riskiert, bevor ich die Rechte in den Löwenmund schob 😄 . 


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