Wenn man ein Herz für Schlaraffen hat und selber Schlaraffe ist, na ja, dann achtet man sich auf Uhus und es gibt viele. Einen besonderen Uhu habe ich in der Moselschlaufe bei Marienburg mit meiner Kamera eingefangen. Noch wandere ich in uhufinsteren Gemarkungen und entdecke zusammen mit Maria die Welt. Doch auf ein Wiedersehen bei fleissigem Sippungsbesuch mit meinen Schlaraffenfreunden freue ich mich sehr.
In Zwischenahr sprach ich zwei ältere Herren an, ob ich unser Auto hier parkieren kann und wo sich eine Säule zum Berappen der Gebühr befinde. Lächelnd sagten sie mir, dass das hier in Ordnung sei und sogar kostenlos. Sie liessen mich aber nicht gleich "springen". Die beiden schwärmten von Borkum und legten mir ans Herz, diese Insel unbedingt zu besuchen.
Nach dem sehr interessanten Besuch der Reichsburg Cochem und der Senfmühle, genossen wir in einem Restaurant einen Apéro an der Sonne. Vor dem Restaurant war gerade ein Parkplatz frei geworden. Ein älterer Herr, wohl um die 80 Jahre alt, nutzte die Chance und parkierte seinen blitzblanken Mercedes der B-Klasse in dieses grosse Parkfeld. Beim ersten Versuch parkierte er gar nicht so schlecht, doch er war wohl ein ganz Exakter und wollte zeigen, dass er das Parkieren beherrsche. Seine Frau liess er schon mal aussteigen. Er hat das Parkfeld verlassen und setzte wieder neu an um ganz genau zu parkieren. Irgendwie hat er die Fahrräder hinter dem Auto nicht beachtet oder seine akustische Warnung im Auto war defekt - wohl kaum. Es gab ein Geräusch und die Fahrräder lagen flach. Er ist ausgestiegen, stellte die Fahrräder lachend wieder auf und kontrollierte einen allfälligen Schaden an seinem Auto. Er stieg wieder ein, verliess das Parkfeld und begann von Neuem. Dieses Mal schaffte er es, die Fahrräder nicht zu kippen, doch plötzlich gab es an der Front einen Knall. Er hat wohl Gas/Bremse oder Kupplung verwechselt, auf jeden Fall "putschte" er in das vor ihm stehende Auto. Er stieg aus um den Schaden zu besichtigen und fand, dass beide Autos schadlos seien. Doch hat er wohl den Ordnungshüter nicht beachtet und konnte den Platz nicht verlassen. Dieser rief die Polizei an und alle warteten. Während der Wartezeit putzte er immer wieder die "tüpf-Stellen" beider Autos. Relativ schnell ist eine Polizeipatrouille angefahren und beurteilte mit einem Doppelmeter in der Hand die genauen "Prallpunkte" bei den Fahrzeugen, nahmen ein Protokoll auf und... wir haben das Restaurant amüsiert verlassen.
Auf dem Hausberg Pinnerkreuz bei Cochem haben wir eine schöne Wanderung gemacht. Nach dem Weg über Felder gelangten wir in einen Wald. Der Wanderweg war nicht mehr optimal markiert und es war teils ein schmaler Weg, links und rechts Farn und hohe Buchen und Tannen. Maria ging plötzlich immer schneller, was ich mir nicht gewohnt bin. Ich habe Maria darauf angesprochen und merkte rasch, sie hatte immer mehr Angst, da wir im tiefen Wald waren und uns schon lange keine anderen Wanderer mehr entgegenkamen. Ich beruhigte sie und bald kam uns ein Wanderpaar entgegen.
Das Schloss Marienburg bei Hannover besuchten wir mit Führung. Zwei Äusserungen des Schlossführers halte ich fest, wobei mir die erste Bekannt war, die Zweite hingegen nicht. Er erklärte den Begriff: "Alles in Butter". Im Mittelalter hatte man noch nicht so gute Strassen wie heute. Es war holperig und somit nicht einfach, Porzellan oder Glas zu transportieren. So wurden diese heiklen Artikel zum Transport in Butter (Styropor war noch nicht auf dem Markt 😃) gelegt. Bei der Ankunft der Ware wurde die Butter geschmolzen, sprich die Ware ausgepackt.
Der zweite Begriff lautet: "Durch die Latten gegangen". Das komme von der Treibjagt her. Es war jeweils ein hoher Gast oder der König/Fürst oder Graf selber, der einen Hirsch erlegen durfte. So wurden die Waldränder mit einem Bretterzaun bestückt, sodass der getriebene Hirsch nur an einem bestimmten Ort aus dem Wald kommen kann. Wenn der Glückliche (in diesem Fall eher der Unglückliche) den Hirsch sieht, aber nicht trifft, so sagt man: "Er ist ihm durch die Latten gegangen".


Kulturelle Aneignung, aus meiner Sicht das Unwort des Jahres. Wenn man keine Probleme mehr hat, ja, dann sucht man eben und findet. Ich habe nicht die Absicht, meine Meinung und die entsprechende Begründung niederzuschreiben. Ich stelle nur fest, dass das Thema betreffend Tatoo den Weg in die auseinanderdriftenden Diskussionen noch nicht gefunden hat. Ist wohl unter vielen Kreisen einfach ein Schmuckstück auf der Haut. Man sieht unglaublich viele, ab und zu bis auf den Schädel hinauf. Der Ursprung der Tätowierung ist ebenso bei den indigenen Völker zu finden! Was wir alles für tätowierte Menschen sehen - meine Meinung darüber lässt sich spüren.
Einfach einige Menschen (und Hahn mit Hennen) die uns auf dem Weg begegnet sind.
Hochzeiten haben wir einige gesehen. Ich wünsche all den Paaren eine erfüllende und unzertrennliche Partnerschaft. In der Kirche St. Eloi in Dünkirchen habe ich einen Moment der Trauung zugehört. Der Pfarrer erwähnte mehrmals, dass dem Paar viele Prüfungen bevorstehen. Er sprach dem Paar Kraft zu, diese zu meistern. Ich bestand eine Prüfung nicht. Wünsche mir, dass mir das nicht noch einmal passiert. Das Paar in Dunkerque begab sich anschliessend mit dem Döschwo auf die gemeinsame Reise. 💓 Möge das Glück sie begleiten.
Als ich bei Recherchen Greetsiel entdeckte und gelesen habe, dass dort noch Krabbenkutter zu bewundern sind und, wenn man Glück hat, die Krabbenfischer sehen kann, wenn sie einfahren, notierte ich mir das umgehend. Maria liebt Krabben und so wollte ich sie überraschen. Bei weiteren Recherchen entdeckte ich, dass in Ostfriesland Krabben nicht Krabben sind, sondern Garnelen. Der Ausflug hat sich trotzdem gelohnt, auch wenn wir weder Krabben noch Garnelen gesehen haben.
Über gepflegte Gärten habe ich schon berichtet, hier noch der Beweis. Regelmässig sieht man Hausbesitzer, die ihren Garten pflegen. Mit einer Gartenschere in der Hand schneiden sie Kleinigkeiten heraus, die man kaum achten würde. Das Trottoir wird ebenfalls sauber gehalten. In einigen Wohnquartieren ist das sogar Aufgabe der Hausbesitzer.
Links im Bild sieht man den Hausbesitzer den Rasenrand zu pflegen. Rechts wird vor der Parzelle "gepützerlet".
Dieser Papi zog etliche Male abends mit seinem Sohn vor unserem Balkon vorbei.
Beim Baggersee, wo wir einige Male das Schwimmen und die Sonne genossen, lernten wir den Pächter des Kiosks kennen. Er sagte mir, dass er ursprünglich aus Hessen komme. Dort habe ihn der Stress und die Hektik belastet. Er entschied sich eine Arbeit in Ostfriesland zu finden. Nebst dem Kiosk leitet er unweit von hier den Gastrobereich in einer Residenz. Das Leben sei ruhiger und angenehmer. Er fühle sich in dieser Gegend viel wohler. Das glaube ich ihm sogar, auch wir fühlten uns sehr wohl.
Wir machten ein Foto des Hasen und des Igels in Buxtehude, daneben stand eine Frau, die auch ein Foto schiessen wollte. Ich bemerkte "eine schöne Stadt". Sie bestätigte und so plauderten sie, ihr Mann, Maria und ich zusammen etwas über Buxtehude und gingen anschliessend den Weg weiter. Kurzum wendete sich der Mann und sagte noch: "Wir haben das 9-Euro Ticket..." ich sagte ihm "wir auch", danach hatten wir noch ein angenehmes und lustiges Folgegespräch.
Ein älterer Herr kommt in meine Richtung und ich wollte ihn gerade fragen, wo der Hafen von Buxtehude sei. Bevor ich die Frage stellen konnte sagte er mir, dass er das erste Mal in Buxtehude sei und sich nicht auskenne. Er hätte das 9-Euro Ticket gekauft und sei aus Hamburg.
Hm!
Danke Deutschland 
* * *

Zum Schluss komme ich noch einmal zu der Bronzefigur beim Mahnmal St. Nikolai in Hamburg. Es stimmt mich traurig und macht mich wütend, wenn ich sehe, was auf unserer Welt gerade geschieht. Putin der Grosse, der sich das Recht nimmt wie Hitler, Menschen jeden Alters töten lässt, deportiert, ganze Städte zerstört, seine Soldaten opfert indem er diese in einen Krieg sendet, ohne dass sie wissen, wohin und weshalb. Plötzlich stellen sie fest, dass sie gegen eigene Volksgruppen eingesetzt werden. Dann sieht man China, das der Operation stillschweigend zustimmt und fein höflich dazu lächelt. Die Corona-Lage aus Sicht der KP immer noch die einzig Richtige ist. Nach wie vor müssen Millionen von Chinesen teils drei Tage in Folge zum Test anmarschieren, ob Jugendliche oder alte Menschen. Ein Tag vor der Eröffnung einer Messe in diesen Tagen in Shenzhen kommt der Befehl, dass aufgrund von einigen wenigen positiven Fällen die Messe nicht eröffnet werden darf. Das Messepersonal rennt auf den Flughafen um nach Hause zu reisen, damit sie nicht für längere Zeit in der Metropole festgehalten werden. Die Wirtschaft wird nach dem grossen Aufschwung regelrecht zerstört. In der Provinz Sichuan gab es diese Tage (anfangs September 2022) ein Erdbeben der Stärke 6.8, die Regierung hilft einerseits und andererseits schickt sie Personen mit einem Megaphon durch die Strassen um den Menschen mitzuteilen, dass sie aufgrund der Corona-Lage in den Häusern bleiben sollen. Teils werden sogar die Türen verbarrikadiert. Hoffentlich gibt es keine grösseren Nachbeben mehr. Dann kommt die sture Haltung der Wiedervereinigung mit Taiwan. Die Regierung sagt immer wieder, sie will das friedlich lösen, doch wenn es so nicht geht...! China würde keinen Zacken aus der Krone verlieren, wenn sie sich endlich für Frieden engagieren und die Souveränität von Taiwan anerkennen würde. Der allergrösste Teil der Länder auf unserer Welt (versteht sich ohne Russland und Nordkorea) würden China als weitsichtiges, zum Frieden gewilltes und der ehrlichen Zusammenarbeit gerichtetes Land angesehen.
Schade gibt es in China keinen Konfuzius mehr.
10.9.22, habe soeben gelesen, dass eine Gruppe von Abgeordneten in St. Petersburg Anklage gegen Putin wegen Hochverrat erheben. Endlich fassen Menschen den Mut dazu - da lichten sich die Wolken am Himmel im Osten. In der Hoffnung, dass das keine "Fake-News" sind und diese Stimmen nicht mit Gewalt verstummt werden können, könnte das der Beginn zum Ende des brutalen Kriegs, den Putin befohlen hat, führen. Glauben wir daran.
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