Unser "Nomadenleben" ist grundsätzlich schön, wir hatten immer recht Glück mit unseren Unterkünften. Es kommt vor, dass wir auf Anhieb eine tolle Wohnung finden. Doch meistens stecke ich viel Zeit in die Suche. Da sind in erster Linie unsere Kriterien, die erfüllt werden müssen, dann kommen die Wünsche, Lage und die Region, welche wir entdecken möchten. Vier Hauptkriterien müssen zwingend erfüllt sein: Preis, WLAN, Parkplatz und Küche. Dann kommen Wunschkriterien wie die Lage, Grösse der Wohnung, Waschmaschine und so weiter. In Italien haben wir meistens über booking.com Wohnungen gefunden. In Deutschland und Frankreich finden wir geeignete Unterkünfte eher bei airbnb. Sehr hilfreich ist, dass Suchkriterien angegeben werden können. Die Buchungen werden in der Regel via Kreditkarte über die Organisation abgerechnet, was sehr angenehm ist. Stornierungsbedingungen sind sehr unterschiedlich. Da gibt es Angebote, welche eine Rückvergütung der gesamten Kosten bis ein-zwei Tage vor Aufenthaltsbeginn anbieten und andere, welche doch recht hohe Kosten in Rechnung stellen, wenn man bereits einen Tag nach der Buchung stornieren würde.
Wir haben bei beiden Anbietern ein Profil. Dort sind alle Unterkünfte, sei es eine Wohnung oder ein Hotelzimmer, welche wir gebucht haben, immer noch aufgelistet. So ist die erste Buchung bei booking.com von 2012 im Hotel Barbara in Barcelona immer noch aufgelistet. Eigentlich schon spannend.
Wenn ich jeweils eine Wohnung gefunden habe... erlösendes "wwwufff"
Nun aber zu den Wohnungen während dem Aufenthalt in der Région Hauts-de-France, der Normandie und teils in der Bretagne.
In Calais fanden wir eine 2½ Zimmer Wohnung im ersten Stock. Für unser Auto stand glücklicherweise immer ein öffentlicher und kostenloser Parkplatz vor dem Haus längs der Strasse frei. Die Küche war perfekt eingerichtet und angenehm. Nebst einer Geschirrspülmaschine, welche wir zwar kaum nutzten, stand auch eine Waschmaschine zu unserer Verfügung. Die Wohnung ist zwischen der Altstadt und dem Segelhafen. Wir konnten oft unser Auto stehen lassen, da wir die Einkäufe in der Bäckerei, beim Metzger und weiteren Lebensmittelläden zu Fuss tätigen konnten. Übrigens, der ÖV in Calais ist kostenlos, wir haben davon profitiert. Calais, die Stadt und die Region haben uns sehr gut gefallen. Wir konnten unseren Aufenthalt um 10 Tage verlängern. Wir fühlten uns hier sehr wohl.






In Le Havre, respektive in Saint-Adresse, fanden wir auch eine angenehme Wohnung. Hier passte nicht ganz alles, doch wir haben uns gut eingerichtet und ...nur eine Woche war absolut perfekt. Um in die Stadt zu gelangen spazierten wir etwa zwei Kilometer dem schönen Strand entlang. Die Stadt ist nicht so heimelig. Etwas zu modern und mit dem vielen Beton doch eher kalt. So gemütliche Einkaufsquartiere gibt es nicht, oder wir haben solche nicht gefunden. Um Lebensmittel einzukaufen mussten wir uns gut organisieren. Die Region ist hingegen sehr spannend. Wir machten etliche Ausflüge und fuhren gleich fünf Mal über die riesige Hängebrücke über die Seine. So verflog die Zeit im nu.
Die kleine Küche war angenehm, die Dusche war es auch und das Wohnzimmer war gemütlich. Beim Buchen habe ich die Bilder nicht genau angeschaut, sonst wäre es mir aufgefallen, dass das Bett gleichzeitig ein klappbares Sofa ist. Aus diesem Grund mussten wir jeden Abend unser Bett ausklappen und vor dem Frühstück wieder einklappen. Zum Glück war es ein modernes und qualitativ sehr gutes Klappsofa. Zum Sitzen sehr angenehm, zum Schlafen ebenso. Die kleine Terrasse rundete die angenehme Wohnung ab. Leider ohne direkte Sicht auf das Meer.
Eine kleine Episode beim Wohnungsbezug. Die Vermieterin, Danielle, eine gesetzte Dame war sehr sympathisch. Sie sprach entsprechend viel. Sie hat uns vor der Wohnung empfangen und führte uns durch die Räume (...besser: durch den Raum 😉). Kaum waren wir in der Wohnung fühlte ich, dass ich beim Buchen nicht ganz aufgepasst habe. Ich schaute in die Runde und suchte eine weitere Türe, die zu einem Schlafzimmer führen sollte. Es klingelte bei mir recht rasch, dass das Bett und das Sofa eins sind und dass damit keine weitere Türe mehr zu finden ist. Maria ging hinter uns her und fragte plötzlich: "Wo ist das Schlafzimmer?". Ich schaute ihr kurz in die Augen und sagte "psst - ich erkläre es dir gleich, wenn wir alleine sind". Die Schlossführung war nach 20 Minuten abgeschlossen und wir waren unter uns. Ich beichtete Maria, dass ich dieses Mal nicht ganz gut aufgepasst habe. Sie war nicht ganz zufrieden, hatte aber Verständnis. Da das Sofabett jedoch wirklich einfach zu bedienen war und wir so schöne Wanderungen und Besichtigungen machen konnten, war dieser kleine Nachteil bald vergessen. Hier haben wir unseren Aufenthalt nicht verlängert.


In Cherbourg, respektive in Tourlaville, hatten wir eine Traumwohnung. Wir bewohnten die linke Seite eines Doppeleinfamilienhauses. Ein tolles Wohnzimmer heimelig möbliert, eine helle und perfekte Küche, eine angenehme Dusche alles im Parterre. Bei der Küche gab es einen Ausgang in den Hof. Da hatte es Hühner und einen Hahn. Ich habe ihn einmal etwas geärgert. Ich versuchte wie ein Huhn zu gackern, anscheinend nicht allzu schlecht. Sofort hob er seinen Kopf und fächerte seine Schwanzfedern hoch. Er dachte wohl, dass sich ein Huhn aus seinem Perimeter begeben hat, oder ein Neues sei in Aussicht? Er begann zu gackern und kam mutig auf mich zu. Als er mich dann lachen hörte drehte er sich beleidigt um und kümmerte sich wieder um seine Hühner.
Im ersten Stock waren ein grosszügiges Schlafzimmer, ein zusätzliches Bad und eine Toilette. Wir fühlten uns wie zu Hause. Das Vermieterpaar war ebenso sympathisch. Wir haben uns öfters gekreuzt und pflegten einen kurzen Schwatz. Einmal haben wir sie zu einem Glas Wein eingeladen. Ein sehr sympathischer und schöner Moment. Sie schenkten uns sechs Eier von ihren Hühnern. Sie haben einige Zwerghühner und somit waren die Eier auch klein, aber sehr fein.
Wir konnten die Küste vom Westen bis Osten bereisen und durften eine wunderschöne Natur erleben. Hier konnten wir den Aufenthalt um vier Nächte verlängern, damit wir unsere geplanten Reiseziele besuchen konnten. Gerne erinnern wir uns an diesen Aufenthalt.
In Granville haben wir auch mitten in der Stadt, vis-à-vis dem Rathaus, eine Wohnung gefunden. Die Altstadt auf der Höhe ist sehr schön, im neuen Stadtteil, in welchem wir wohnten, hatte es etliche schöne Geschäfte, Kleider, Sport, Bäckerei, Lebensmittel, Mode etc. Bis auf eine Nacht war es sehr ruhig. Es gab nach Mitternacht einmal eine Schlägerei unter Jugendlichen. Am morgen früh bis gegen 10 Uhr war es immer sehr ruhig. Der Parkplatz war leider nicht vor dem Haus. Etwa 300 Meter weiter gibt es einen Parkplatz mit sicher über 200 kostenlosen Parkfeldern. Ich hatte den Eindruck, dass es recht sicher ist und so war es schlussendlich auch. Von Granville her haben wir den Ausflug nach Le Mont-Saint-Michel gemacht. Darüber habe ich berichtet. Sonst hatten wir eher eine verregnete Woche und machten für einmal nicht so viele Sprünge.
Die Wohnung war angenehm, schöne Wohnecke wo sich Maria erholen konnte, der Essbereich grosszügig, die Küche und die Dusche gut und das Schlafzimmer einfach aber prima. Wir befürchteten, dass die Wohnung nicht gut geheizt werden konnte. Doch wir fanden die Einstellungen und es war wohlig für Maria. Alle Einrichtungen in der Wohnung sind etwas ins Alter gekommen, aber alles noch funktionstüchtig. Im Gegensatz zu anderen Wohnungen würden wir diese nicht mehr buchen.
Dinan, einfach ein Traum, die Stadt und die Wohnung. Die Wohnung hätte schon einige m2 grösser sein dürfen, aber mitten in der Altstadt eine so moderne und gut eingerichtete Wohnung mit Parkplatz vor der Wohnung zu finden ist einfach grossartig. Es "heimelete" mir und liess mich jeweils kurz in Träumerei, wenn ich mit dem Auto auf das Kies fuhr. Über die Stadt habe ich berichtet. Wir fühlten uns schon fast ein bisschen wie in Murten. Gepflegte ruhige Altstadt mit vielen schönen und sehr gepflegten Läden und Restaurants. Es gab einfach alles, vom Bäcker zum Metzger, von Delikatessengeschäft über Bier, Most und Souvenirläden. Wir genossen die Zeit und konnten sogar 10 Tage verlängern.
Die Küche war topp, das Schlafzimmer mit einem grossen Fenster sehr angenehm und die grosszügige saubere Dusche war herrlich. Der Ess- und Wohnbereich, dort wären die paar zusätzlichen m2 angenehm, passte. Der kleine Tisch war für uns beide perfekt. Für mehr Personen hingegen eher fraglich. Das Sofa, zum Liegen ok, Maria machte gerne ab und zu Pause, aber zum Sitzen etwas hart. Man spürte die Federn und sass nicht so lange darauf.
Beim Bezug der Wohnung fehlte aus unserer Sicht ein kleiner Wäscheständer. Ich bat darum und erhielt eine Antwort, dass man sich darum kümmere. Beim Verlassen der Wohnung machte ich wie üblich noch einen Kontrollgang, ob wir nichts vergessen hätten. Da fand ich in einem schmalen Spalt neben dem Schrank im Schlafzimmer einen Wäscheständer 😂.
Saint-Brieuc ist eine grössere Stadt wo der Gouët ins Meer fliesst. Unsere Wohnung ist am Rand der Altstadt. Da hat es viele schöne Geschäfte, aber wenig Ambiance. Wir haben einen Stadtrundgang nach Plan vom Tourismusbüro gemacht, na ja, es hat interessante Ecken, aber keine Einheit. Die Strassen in den Fussgängerzonen sind asphaltiert, um die Fussgängerzonen herum sind sie gepflastert. Doch etwas schade.
Die Wohnung selber ist ok. Die Küche ist topp, die Dusche gut, Sofa im Eingangsbereich angenehm und der kleine Tisch mit dem Hocker am Fenster, wo ich mein Notebook platzierte, war sehr angenehm. Der Schlafbereich erfüllte alles für einen guten Schlaf. Die Garage, na ja, das war eine Herausforderung. Vorteil; gedeckte Garagenbox im Haus, Nachteil; sehr sehr klein und eng. Am ersten Tag kauften wir uns ein Wochenabonnement des Ortsbusses um die nähere Region zu besuchen. Einen Ausflug zum Cap Fréhel machten wir am Starttag der "Route du Rhum"... Über dieses Erlebnis berichte ich demnächst. Es erinnerte mich an meine Jugendzeit, als ich einmal am 14. Juillet nach Paris gereist bin um die Militärparade auf der Champs Élysée zu erleben.
Einfahrt = Millimeterbüez!
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