Algarve pur, Teil I
Die Algarve ist geschichtlich auch interessant, doch für uns stand die Natur im Mittelpunkt und man spürt diese förmlich. Die Menschen nehmen das Leben etwas einfacher, sind offen, fröhlicher Natur und mit etwas weniger auch zufrieden, wie ich das persönlich empfinde. Die verschiedenen Regionen sind wunderschön und die Küste könnte vielseitiger kaum sein.
Lagos war die erste Station im Westen der Algarve, wo wir eine passende Unterkunft gefunden haben. Phönizier und Griechen besiedelten die Gegend um Fische und Krabben zu fangen. Die Kelten führten im 5. Jahrhundert BC den Weinbau und Olivenplantagen ein. In Lagos begann 1444 ein bedeutender Sklavenmarkt. Der Menschenhandel ist erst seit 1820 verboten. Der Name der Stadt in Portugal hat einen Zusammenhang mit der ehemaligen Hauptstadt Lagos in Nigeria. Sie waren bedeutend für den Sklaventransport quasi von Lagos nach Lagos.
Es versteht sich, dass wir bei Lagos der spektakulären Kalkstein-Küste entlang etliche Wanderungen gemacht haben. Die Ponta da Piedade, auch Punkt der Frömmigkeit genannt, sei der Ort mit dem zweitschönsten Sonnenuntergang auf der Welt. Die Frage nach dem schönsten Sonnenuntergang auf der Welt erübrigt sich, wenn das ein Murtner schreibt 😊. Die Wanderwege der Küste entlang sind oft mit Holzstegen erschlossen. Das bringt Sicherheit auf dem teils nicht ungefährlichen Felsen zu wandern. Die abwechslungsreichen Bilder sind phantastisch und die Bänke auf dem Weg laden zum Verweilen und Bestaunen ein.
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Hier gibt es wohl nicht nur den zweitschönsten Sonnenuntergang, sondern auch die zweitgrössten Fische!
Ein Tagesausflug führte uns zum Leuchtturm am Cap von Sao Vicente, dem westlichsten Punkt der Algarve. Er wird auch als "End of the World" genannt. Da gibt es wohl auch andere Orte, die sich diesen Zusatz aneignen. Denken wir an Pompaples im Kanton Waadt, wo die Mitte der Welt sei, da sich dort eine eindrückliche Wasserscheide befindet, oder in Magglingen, wo es ein Restaurant End der Welt gibt. Auf jeden Fall, wenn man am Rand der Klippen steht, die bis 70 Meter senkrecht hinunterfallen, kann man sich gut vorstellen, dass hier das Ende der Welt ist. Die Wanderung der Küste entlang werden wir nie vergessen. Der schroff abfallende Fels und die Kraft des Wassers, welches seine Wellen die Klippen hochpeitschen lässt, bis die Wassermassen wieder die Felskante hinunterströmen wie bei einem kleinen Wasserfall. Es ist sehr eindrücklich, man könnte dem Naturspektakel stundenlang zuschauen.
Die Stadt Sagres, einige Kilometer entfernt, wird als sehenswert eingestuft. Surfer werden dem bestimmt zustimmen. Die Festung ist spannend und das Bier ist köstlich, das Ende der Welt war sehr eindrücklich.
Wir haben vernommen, dass in Odiáxere ein Karneval stattfand. Das liessen wir uns nicht nehmen und wir besuchten dieses Fest. Die Stimmung war fröhlich, laut und die Sujets nahmen vor allem lokale Themen in den Fokus.
Das nächste Ziel war Albufeira. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Halt in Carvoeiro. Ein ganz kleiner Küsteneinschnitt, welcher das kleine, malerische Dorf in der Talsenke zum Meer beherbergt. Maria genoss ein Sonnenbad bei einem Schweppes-Tonic und ich machte eine Wanderung auf der Höhe. Da ist viel Geld verbaut. Ich bestaunte viele sehr gepflegte und luxuriöse Liegenschaften. Aber auch die Felsformationen und die Steinfelsen, die aus dem Meer steigen, sind in ihrer Farbe und Form sehr eindrücklich.
Albufeira, eine schön gelegene, grössere Stadt mit einem langen Sandstrand. Hier trifft man Menschen mit verschiedensten Interessen. Wenn wir mit einheimischen gesprochen haben war oft die Frage, ob wir das Nachtleben suchen, da sei Albufeira die richtige Adresse. Uns passte die Lage für einige Ausflüge. In Anbetracht, dass die Saison noch nicht eingeläutet war, ging es recht gesittet zu und her. Viele Restaurants und Bars waren noch geschlossen. Wir konnten uns sehr gut vorstellen, welcher Betrieb in der Saison hier herrscht. Der ideale Ort für "Ballermann". In keiner anderen Stadt in der Algarve haben wir so viele Bars, Bars mit Live-Musik, Nachtklubs etc. gesehen wie hier. Doch wie geschrieben, als wir hier waren, ging es sittlich zu und her :-).
In Albufeira haben wir eine Bootsfahrt gebucht um einerseits die Küstenlandschaft zu bewundern und andererseits Delphine zu sehen. Das Zweite hat sich leider nicht erfüllt, doch die Küstenlandschaft ist sehr eindrücklich. Mit dem Boot ist man zwischendurch ganz nahe an die Höhlen und Buchten gefahren und konnte die Natur beinahe anfassen. Die wohl berühmteste Höhlenformation bei Benagil haben wir auch hautnah erlebt. Von diesem Punkt so beeindruckt, haben wir am folgenden Tag eine Wanderung auf der Küste zur Höhle von Benagil gemacht. So konnten wir die Höhle auch von oben betrachten. Wir sind zum kleinen Fischerdorf neben der Höhle hinunter gegangen. Leider war der Wellengang zu hoch, sonst hätten wir mit einem kleinen Paddelboot noch in die Höhle hineinfahren können.
Einen Tagesausflug nach Silves gehörte zu unserem Reiseplan. Die Stadt, etwas im Landesinnern, mit gut 10'000 Einwohnern, hat bewegte Zeiten hinter sich. Da gäbe es so viel zu schreiben, dass ich keine Zeit mehr finden würde, um weitere Reiseberichte zu verfassen. Hier lebten Römer, Westgoten, Berber, Araber, Umayyaden, Almoraviden, Muriden, Taifas, Almohaden und ebenso Christen. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts gehört Silves zum Königreich Portugal. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Burg "Castelo dos Mouros", die Maurenburg. Die Altstadt ist heimelig und die römische Brücke über den Rio Arade ist eindrücklich, auch wenn sie vom Zerfall bedroht ist und es verboten ist, diese zu Begehen.
Die Korkindustrie ist hier sehr wichtig. Sie stellen fast alles was mit Kork produziert werden kann her. Untersätze, Hüte bis hin zu Schuhen. Maria leistete sich ein Paar und findet diese sehr bequem (Foto unten rechts).
Es stand uns eine besondere Begegnung bevor, auf die wir uns sehr freuten. Wir haben Albufeira verlassen und machten uns auf den Weg nach Goldra de Baixo, unserem Überraschungsziel. Doch vorher machten wir noch einen "Wanderhalt" bei den Klippen Praia da Falésia. Einmal mehr bewunderten wir die Vielseitigkeit den Küstenformationen von Faro, dem administrativen Zentrum der Algarve her, bis hin zum "Ende der Welt". Bei Olãho ist alles Flach mit grossflächigen Dünen und Lagunen. Ab Faro beginnen die roten Felsen der Küste nach Westen langsam aufzusteigen. Anschliessend kommen die goldfarbenen Kalksteinformationen bis etwas nach Lagos. Bei Sagres bis zum "Ende der Welt" dominieren dann die steil hochaufragenden, dunkeln Granitfelsen die Küste.
Gespannt auf die Begegnung? Algarve pur, Teil II erscheint bald in diesem Theater 😊, oder besser in unserem Blog.
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