72 - Rückblick auf unsere Europareise 2021 bis 2023

 

72 - Rückblick auf unsere Europareise 2021 bis 2023

 

Unsere Reise durch den Westen von Europa führte uns durch Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal. Höhepunkte gab es immer wieder und Sehenswürdigkeiten «à discrétion». Es ist mir nicht möglich, alle Orte, welche uns begeisterten in einer Zusammenfassung zu nennen. In diesem Bericht geht es mir in erster Linie darum, unsere Reiseroute festzuhalten. Um das Lesen spannender zu gestalten ergänze ich unseren Bericht mit einigen Fotos. In über 60 Reiseberichten (https://brechbuehl-sheng.blogspot.com)  habe ich alle besuchten Städte, Berge, Naturschutzparks und historische Stätten wie auch einige Erlebnisse detailliert festgehalten.





Eigentlich war die knapp zweijährige Reise durch Westeuropa ein unglaubliches Glück. Maria und ich hatten das Verlangen, eine Zeit auszutreten, eine Art Sabbatical einzuschalten. Daher haben wir uns entschlossen, zwei bis vier Jahre China und andere Länder in Asien zu bereisen. Corona ist uns, wie der Menschheit auf der ganzen Welt, dazwischengekommen. Rückblickend weiss ich nicht, ob wir es so lange in Asien ausgehalten hätten. Es ist schon weit weg von zuhause her und das Heimweh klopft ab und zu leise am Hinterkopf. Nach einigem Zögern und vielen Diskussionen, gehen wir oder gehen wir nicht, haben wir uns schlussendlich entschlossen, eine Warteschlaufe in Europa zu ziehen, denn unsere «Seelen» haben nach einer Auszeit gerufen. Der Start gelang uns nicht wie geplant. Im Südtirol zwickte Maria eine Hexe, und wir sind auf Empfehlung des Arztes im Südtirol in Sexten schon nach zwei Wochen wieder zurück nach Murten gefahren. Im Inselspital gab es glücklicherweise Entwarnung, doch Maria musste sich einer Physiotherapie unterziehen.

 

 

Wir beschlossen, dass Maria diese im Tessin absolviert. Also suchte ich in der Sonnenstube der Schweiz eine Unterkunft, die ich in Locarno/Muralto fand. Wir verbrachten einen wunderschönen Monat im Tessin und entdeckten viele Täler und Dörfer, welche ich, trotz meiner Zeit in der Armee in Isone, auch noch nicht gekannt habe. Ebenso trafen wir einen Freund mit seiner Partnerin, den ich vor vielen Jahren in Nigeria kennen lernte. Nach Abschluss der Therapie starteten wir unsere Europareise mit leicht geänderter Reiseroute.

 

 

Aufgrund der Saison fuhren wir nicht mehr ins Südtirol, sondern direkt an die Adria. Die erste Stadt, welche wir besuchten war Ferrara. Eine uns absolut unbekannte Stadt, die uns in jeder Hinsicht positiv überraschte. In Rimini angekommen war es grau und regnerisch.

 

Ich studierte das Wetter in der Region Pompeij. Das sah besser aus. Folglich änderten wir unsere Route und fuhren auf die andere Seite des Apennins. Zu Beginn war das Wetter effektiv besser, doch schon nach einigen Tagen war es leider auch hier sehr regnerisch. In Pompeij wohnten wir gleich sechs Wochen, vier davon mitten in der Altstadt neben den Ausgrabungsstätten. Unzählige Ausflüge haben wir in dieser Region unternommen, der Aufstieg zum Vesuv gehörte dazu und Silvester/Neujahr feierten wir vor der Kathedrale im Herzen der Stadt.

 

 

Auf dem Weg nach Sizilien machten wir einen Halt in Paestum, nach der bekannten Amalfiküste, wo wir unerwartet phantastische griechische Tempel entdeckten. 


 

Sizilien bereisten wir der Küste entlang und begannen in Taormina, wo wir eine Wohnung direkt am Meer fanden. Das lebendige Rauschen vom Meer haben wir hier das erste Mal so richtig erfahren. Zum Aetna, dem zweiten Vulkan, reisten wir mit unserem Peugeot 308cc bei offenem Cabrio. Ein herrliches Erlebnis, auch ganz oben auf dem Vulkan, den wir mit der Sesselbahn erreichten. Die Stadt Siracusa hat uns besonders beeindruckt. Anschliessend natürlich das Tal der Tempel bei Agrigent, wo wir auch am Meer eine Bleibe gefunden haben. 




Nach etlichen Zwischenhalten blieben wir länger in Trapani. Auch eine tolle Stadt und gute Ausgangslage um verschiedenste Ausflüge zu machen. Der Nationalpark Zingaro hat uns besonders fasziniert, dort haben wir gleich zwei Wanderungen gemacht. Palermo war ein zentrales Ziel und es hat uns sehr gut gefallen. Eine lebhafte und spannende Stadt. Wir haben den Aufenthalt zwei Mal verlängert und blieben über drei Wochen.

 





Cefalù ist eine kleine Perle an der Küste. Dort genossen wir Wanderungen und Schwimmen, die Jasmin-Düfte der Küste entlang sind schlicht herrlich. Das Landesinnere wollten wir eigentlich überspringen, doch plötzlich entschieden wir uns nach Enna zu reisen und auch Piazza Armerina zu besuchen. Ein guter Entscheid. Bevor wir Sizilien verliessen, besuchten wir noch den Dritten im Vulkan im Bund, den feuerspeienden Stromboli.


Wieder auf dem Festland besuchten wir Städte wie Lecce, Bari und Matera, welches uns einen riesigen Eindruck machte. Die weissen Städte wie Ostuni, die Trulli und die riesigen Olivenplantagen mit sehr alten Olivenbäumen sind einfach grossartig. In Vieste genossen wir eine Erholungsphase am Meer im feinen Sand an der Sonne liegend. Bald hiess es Richtung Heimat zu fahren. Der Zwischenhalt in Ravenna hat sich gelohnt, unglaublich, was dort besucht werden kann.

 





Der Zwischenhalt in Murten erlaubte uns, unsere Familien wieder einmal zu sehen, zu umarmen und einen Moment zusammen geniessen zu können. Auch viele Freunde konnten wir treffen. Kurz darauf ging es in Europa gleich weiter, da die Einreise nach China immer noch nicht möglich war.

 


Wir besuchten die Eifel und die Mosel. Spannende Gebiete mit den verschiedenen Maare, Burgen und Städte bis hin zu edlen Tropfen Rebensaft. 



 

Via Wuppertal gelangten wir nach Detmold um den Teutoburger Wald zu erwandern und zu entdecken. Paderborn, eine historische Stadt mit viel Geschichte und die Natur mit seinen immensen Wäldern in der weiteren Umgebung sind grossartig. 



 

Über die Lüneburger Heide ging es dann ins «Alte Land», wo wir eine tolle Wohnung nahe Hamburg fanden. Hamburg, Maria wollte diese Stadt schon seit langem besuchen, da sie in jungen Jahren einmal dort gewesen war. Ich war noch nie hier, nun haben wir es geschafft. Die Stadt hat Charme und ist sehr vielseitig, sie passt uns. In Bremen machten wir den nächsten Halt, bevor wir noch an der Grenze zu den Niederlanden in Leer einen längeren Aufenthalt genossen. 





 

Die Niederlande waren auch auf unserer Reiseliste, doch die Unterkünfte waren so teuer, dass wir sie leider «links» liegen liessen. Wir sind dann direkt in den Bezirk Haut de France gefahren, wo wir nach verschiedenen Stopps in Calais angekommen sind. Hier fühlten wir uns während drei Wochen wohl.

 



 

Über Rouen, einer spannenden Stadt, wo die Geschichte der Jeanne D’Arc gegenwärtig ist, fuhren wir via Le Havre nach Cherbourg, in die nördliche Halbinsel der Bretagne. Cherbourg ist interessant, doch nicht unbedingt schön. Als zentraler Standort um Ausflüge der Küste entlang zu machen hingegen ideal. 




 

Nach einem Zwischenhalt in Granville, von wo wir einen Tagesausflug auf den Le Mont Saint Michel unternahmen, reisten wir nach Dinan weiter. In Dinan fühlten wir uns wie zuhause. Eine schöne, gepflegte Wohnung mitten in der Altstadt und Parkplatz vor der Türe. Was wünscht man sich mehr. Hier verbrachten wir auch knapp drei Wochen. Die Reise ging weiter über Saint-Brieuc, Paimpol nach Brest. Brest, eine weltoffene Stadt mit vielen Autos bietet etliches, ist aber nicht eine besonders schöne Stadt. Doch auch hier, die Lage um Ausflüge in die Region und den westlichsten Teil der Bretagne zu erleben ist ideal.

 





Concarneau war einen Halt wert. Eine kleine Stadt, die uns an Murten erinnerte und auch der Wohnort von Kommissar Dupin ist. Anschliessend reisten wir nach Vannes weiter. Dort besuchten wir die geheimnisvollen Steinreihen und Menhire. Nach einem Kurzaufenthalt in Nantes, der sich lohnte, fuhren wir nach La Rochelle weiter. Die Wohnung war ein Bijou, die Wohnraumtemperatur hingegen war enttäuschend. Der Blick über das Meer, die Altstadt, wir können uns vorstellen, diese schöne Stadt noch einmal zu besuchen.

 





Mitte Dezember sind wir dann in San Sebastian/Donostia angekommen. Von der Wohnung aus konnten wir mit dem Bus in 10 Minuten mitten in die Altstadt fahren. Eine unvergessliche, schöne und spannende Stadt. Fröhliche Menschen und feines Essen bewogen uns, auch hier eine Woche länger zu leben. Die Reise ging dann weiter nach Bilbao, die Stadt mit dem Guggenheimmuseum begeisterte uns sehr. Hier haben wir die Weihnachtstage verbracht und natürlich mit einem bisschen Heimweh an unsere Familien gedacht. Nach diesem Aufenthalt gab es einen Zwischenhalt in Gijón, bevor wir in Santiago de Compostela eintrafen. Eine andere Welt erwartete uns, tolle Altstadt, eindrückliche Kathedrale und Pilger in verschiedensten Bekleidungen. 






Am 5. Januar kamen wir nach einem Halt unterwegs in Braga in Porto angekommen. Wir waren vom ersten Moment an, als wir in Portugal einreisten, von Land, Stadt und den Menschen begeistert. Nach Porto ging es für einige Wochen an die Atlantikküste, bevor wir Lissabon besuchten. Lissabon selber, aber auch die weitere Region mit Sintra, dem Palácio da Pena, dem Turm von Belém um nur einige zu nennen, eine unbeschreiblich spannende Region.

 



 

Nach diesem Aufenthalt ging es dann weiter in die Algarve. Angenehme Temperatur, wunderschöne Natur, feines Essen und herzliche Menschen. Wir wohnten mindestens eine Woche jeweils in Lagos, Albufeira und Olhão. In Goldra de Baixo machten wir einen kurzen Aufenthalt bei Freunden aus Murten, der uns unvergesslich bleibt.

 


Plötzlich drängte die Zeit, wir hatten vor, etwas länger durch Spanien zu reisen, doch genossen wir Portugal so ausführlich, dass uns für die letzte Etappe weniger Zeit als vorgesehen blieb. Wir übernachteten folglich vor allem in Hotels und besuchten mehr oder weniger täglich Sehenswürdigkeiten. Der erste Halt war in Sevilla, dann ging es via Cáceres, Mérida, Toledo nach San Lorenzo de El Escorial, von wo aus wir Madrid besucht haben. Via Valencia und Barcelona reisten wir über die Grenze nach Frankreich. 



Im Süden von Frankreich machten wir Halt in Sait-Cyprien und Port-la-Nouvelle um Perepignan, Narbonne und natürlich Carcassonne zu besuchen. Den Abschlusshalt unserer Reise durften wir im Hotel «Mas des Comtes de Provence» bei Tarascon, welches einem Freund von uns gehört, geniessen.

 






Am 23. April sind wir in unserer Heimat angekommen. Glücklich durften wir unsere Familien und Freunde wieder einmal sehen, Arzttermine wahrnehmen und die Reise nach China vorbereiten. Zuhause ist es schon am schönsten, doch unsere Reise befindet sich genau in der Halbzeit.








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