Im wahrsten Sinne des Wortes; wir erlebten ein Abenteuer, das man eigentlich in jungen Jahren sucht. Unser Ziel war, die Tulou-Rundhäuser zu entdecken. In China hat der Tourismus einen hohen Stellenwert, doch der Luxus von sehr guten touristischen Dokumenten, detaillierten Webseiten und Werbebroschüren, welcher bei uns in Europa selbstverständlich ist, fehlt hier gänzlich. Auch im Internet muss man sich Informationen erkämpfen und es gibt nicht viel. Die Tulou-Häuser befinden sich vor allem im gebirgigen Hinterland. Wir haben Karten im Internet gefunden, doch die sind handgezeichnet und absolut nicht massstabgetreu. Es hat keine Züge in diesem Gebiet. Einige Busse fahren, doch wann und wo sie halten bleibt ein Rätsel. Wir wussten einfach, dass es zwischen Longyan und Nanjing etliche Tulous gibt, welche zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Ein Hotel zu buchen wäre schwierig gewesen. Wo sind Haltestellen, wo stehen die Tulou-Rundhäuser, hat es Taxi oder Didi (Uber in der CH), welche sind sehenswert, das alles waren stets unsere offenen Fragen.


Zuerst eine Erklärung, was sind Tulou-Rundhäuser überhaupt und wer besiedelt diese Häuser. In den Jahren um 200 BC vereinigte der erste Kaiser Chinas sein Königreich und isolierte die Hakka Volksgruppe. Die Sprache und Kultur der Hakka stammt aus dem Han-Umfeld und so zählen sie zu einer der acht Han-Volksgruppen. Die Hakka migrierten im 5. Jahrhundert vor allem in die Provinz Fujian und Guangdong. Sie begannen im 12. Jahrhundert mit den ersten Bauten ihrer Rundhäuser. Diese Erdgebäude dienen einem gemeinschaftlichen Wohnen einer Familie über etliche Generationen oder eines Familienclans. Übrigens,
«Tu» bezieht sich auf Erde und «lou» auf Bauen.
Unser Abenteuer begann. Wir entschieden uns, das grosse Gepäck im Hotel in Xiamen zu lassen und zogen mit leichtem Gepäck per Bus Richtung Longyan. Dem Busfahrer sagten wir, dass wir bekannte Tulou-Rundhäuser besuchen möchten. Nach etwa zwei Stunden Fahrt und wenig Haltestellen rief uns der Buschauffeur plötzlich, dass wir aussteigen können. Maria glaubte ihm nicht so richtig und stellte im so viele Fragen, dass er begann, nervös zu werden. Also stiegen wir aus.

Es gibt auch viereckige Tulou, siehe Bild rechts.
Da stand ein freundlicher Herr, er kannte den Busfahrer wohl. Dieser lud uns ein, bei ihm in sein Auto zu steigen. Wir stiegen ein und er fuhr uns einige hundert Meter vor die Tulou-Häusergruppe Yongding, welche man von der Strasse her noch gar nicht sehen konnte. Vor einem eckigen Tulou hielt er an, wir stiegen aus. Wir wurden von einer auch freundlichen Dame empfangen. Sie vermietet Gästezimmer in ihrem Tulou. Maria war etwas skeptisch, doch ich fand es spannend. Nach kurzer Diskussion bezogen wir ein Zimmer, welches uns CNY 150 (knapp CHF 20) kostete. Es hatte zwar eine Dusche, für unsere Ansprüche jedoch etwas ungenügend. Nach einem Abendspaziergang, wo wir eine Lichtshow sehen konnten, haben wir herrlich geschlafen.


Am anderen Tag besuchten wir die Tulou-Siedlung vor Ort. Eine traumhafte Gegend - ich fühlte mich von der Natur her schon fast ein bisschen zuhause in der Heimat. Das Leben ist jedoch ganz anders. Am morgen früh, als ich durch den Weiler ging, hatte es schon kleine Stände wo man Gemüse und Früchte kaufen konnte oder auch um ein kleines Frühstück einnehmen zu können. An einem Stand war auch ein Fleischverkäufer.






Bild Mitte rechts: Traditionelle Reisweinproduktion.
Am zweiten Tag stellten wir uns die Frage, wie wir weiterkommen. Eine andere Dame bot uns an, uns in ein nächstes Dorf zu bringen. Wir könnten dort auch übernachten. Ihre Schwester bietet Zimmer an. Für CNY 20 führte sie uns dorthin und wir bezogen ein einfaches Zimmer für CNY 120 bei ihrer Schwester. Das bekannte Tulou-Haus «King»
im Dorf Gaotou-Yongding war schön, doch das Dorf selber ist etwas heruntergekommen. Restaurants gab es keine, das heisst, ganz lokale, wo wir der Hygiene jedoch kaum trauten. Also kochte Maria in unserem "Mini-Kochgerät" Nudeln mit Tomaten. In diesem Dorf hat es auch kaum Geschäfte und es ist recht schmutzig. Das Zimmer mit Dusche (ebenso nicht für uns geeignet) war jedoch tadellos sauber.
Tags darauf stellte sich uns die Frage erneut, wie wir weiterkommen. Dieselbe Dame hat sich empfohlen, uns Richtung Nanjing, eine Kleinstadt, in welcher es einen Bahnhof gibt, zu bringen. Auf dem Weg würde sie uns noch zwei andere Tulou-Häusergruppen zeigen. Wir waren mit dem Angebot einverstanden und handelten einen Preis von CNY 260 aus. Sie führte uns zuerst in das Dorf Zhongchuancun längs einem Bach. Einfach idyllisch und traumhaft. Da hätten wir gut einige Tage verbringen können. Leider fehlen eben touristische Unterlagen gänzlich.
Bild Mitte: Ein Kalbskopf wird gewaschen und bald in der grossen Pfanne gekocht.
Die nächste Tulou-Gruppe war ganz besonders. Sie wird "vier Teller und ein Suppentopf" genannt. Um einen viereckigen Tulou sind vier runde Erdhäuser gruppiert.




Knapp siebzig Kilometer vor
Nanjing ist «Yunshuiyao ancient town», wohl das grösste und touristisch bekannteste Tulou. Bei der Ankunft sagte uns die Dame wie vereinbart, dass sie nun von diesem Bushalteplatz her zurückfahren werde. Wir haben uns erkundigt, ob es einen Bus nach Nanjing gebe. Es konnte uns niemand, auch nicht ein Busfahrer, der gerade angekommen war, richtig antworten. Also haben wir uns entschieden, das Gepäck vorerst in einem Schliessfach zu deponieren und den touristischen Höhepunkt zu besuchen. Es hatte unglaublich viele Touristengruppen und Souvenirstände gab es in Hülle und Fülle. Wenn man einfach schnell ein Tulou besuchen möchte ist das genügend. Doch die Tulou-Gruppen, welche wir auf der Reise besuchen konnten sind traumhaft und viel eindrücklicher.


Bild Mitte: Es wird überall emsig fotografiert. Bild rechts: Der Fahrer mit Bus für die Fahrt nach Nanjing.
So gegen 16°°Uhr waren wir wieder bei diesem kleinen Busbahnhof. Wir nahmen unser Gepäck aus dem Schliessfach und Maria versuchte, ein Didi zu bestellen. Ich sah zwei Taxis kommen... und weit entfernt wieder wegfuhren. Wir standen am falschen Ort, nämlich an einer Einbahnstrasse. Wir sind zu der Stelle gegangen, wo eine Kontrollstelle beim Parkplatzausgang war. Da war ein Uniformierter, der für einmal Kenntnis der Buslinien hatte. Er diskutierte kurz mit Maria und schon fuhr ein Kleinbus daher. Er hielt diesen an und bat ihn, uns mitzunehmen. Er brachte uns zum Busparkplatz, wo wir ursprünglich standen. Hier warteten wir vielleicht 10 Minuten, dann fuhr der Fahrer mit seinem Bus, mit uns und einem weiteren Gast los. Nach einer Viertelstunde hielt er in einem kleinen Dorf an. Da stieg eine Dame ein und verlangte gut CNY 10 pro Person für die etwa einstündige Fahrt bis Nanjing. Kurz darauf ging die Fahrt weiter. Wir sind nach mehr als einer Stunde in Nanjing angekommen. Dort liess uns der Fahrer bei einem grossen Bus aussteigen, der direkt zum Bahnhof fuhr. Kurz nach 18°°Uhr sind wir im Bahnhof Nanjing angekommen und konnten ein Ticket für die Fahrt nach Xiamen kaufen. Gegen 21°°Uhr kamen wir im Hotel in Xiamen an und genossen vorerst eine herrliche Dusche. Ein unvergesslicher Ausflug und eindrückliche Erinnerungen wiegten uns in den Schlaf.
Das waren unsere Grundlagen. Wenn wir in einem Such-Tool wie Google (zensiert) finden, können wir erahnen, in welcher Region Tulou-Erdhäuser sind. Die beiden Handskizzen sind absolut ungenügend.
Nach diesem Abenteuer sind wir nach Quanzhou weitergereist. Wir bezogen ein Zimmer im Hotel City Garden. Maria wurde mit einer Nelke begrüsst - in diesem Jahr war der 8. März der Tag der Frauen. Das war eine schöne Geste.
Ein sehr origineller Glockenturm eingangs der Altstadt.
Wir spazierten einfach mal darauf los und standen plötzlich vor einem grossen Tempel, wo sich viele Menschen eingefunden hatten. Es ist der Yuanmiaoguan, ein daoistischer Tempel. Viele Menschen haben Eier geschält. Auf unsere Nachfrage sagte uns eine Besucherin, dass mit dem Schälen der Eier die Schuld abgelöst wird. Das kann mit der Beichte in der katholischen Kirche verglichen werden.
Ein Nickerchen in Ehren kann niemand verwehren.
Bild rechts aussen: Eierschälen der Gläubigen.
Der eindrückliche Kaiyuan-Tempel aus der Song-Dynastie (960-1279) wurde mit zwei achteckigen und fünfgeschossigen Zwillingspagoden aus Stein gebaut. Die Altstadt hat auch einen kolonial-westlichen Einfluss.
Am Qingyuan Berg machten wir eine besondere Wanderung und bestaunten die Statue von Laozi (auch Lao Tse genannt). Laozi lebte im 6. Jahrhundert BC, wurde einer Legende nach 160-Jährig und war der Begründer des Daoismus, auch Taoismus genannt. Die Ideologie ist die Erleuchtung, der Weg der Vergangenheit, der
Gegenwart und der Zukunft. Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus sind die drei Lehren Chinas. Konfuzius war einige Male bei Laozi um von seinen Erfahrungen zu lernen.
Wir besuchten das Schifffahrtsmuseum in der Stadt. Als wir den Ausgang passierten kam uns ein junger Professor entgegen. Er sprach mich an und fragte, ob wir den Medusa-Stein gesehen haben, wohl der einzige in China. Nach der griechischen Mythologie eine mächtige Frau, die aus Eifersucht für ihre Schönheit und Sexualität bestraft wurde. Sie symbolisiert auch die Befreiung von der männlichen Unterdrückung. Er führte uns stolz dorthin und referierte fast eine halbe Stunde über diesen Teil der Ausstellung.



Bild Mitte links: Steinobjekt der Medusa. Mitte rechts: Ein christlicher Grabstein. Die Steinplattenbrücke Luoyang wurde Mitte des 11. Jahrhunderts gebaut. Zusammen mit der Marco-Polo-Brücke in Beijing und der Guangji-Brücke in Chaozhou, welche wir auch besuchen werden, gehört sie zu den bekanntesten chinesischen Steinbrücken. Es ist ein eindrückliches Bauwerk wo man sich auch fragt, wie haben sie zu dieser Zeit die gewaltigen Steinplatten transportiert.
Wir haben Quanzhou verlassen und sind in Fuzhou angekommen. Fuzhou ist die Hauptstadt der Provinz Fujian. Die Altstadt ist bekannt unter dem Namen "drei Strassen und sieben Gassen". Eine gepflegte Altstadt, wo wir es genossen, einige Stunden durch die Gassen zu flanieren.
Wir genossen in einem typisch französisch eingerichteten Café eine Pause.
Fuzhou ist die Geburtsstadt von Lin Zexu (1785-1850), welcher sich gegen den Opiumhandel stemmte, weil er erkannte, dass mit dem Opiumkonsum das chinesische Volk katastrophal untergehen würde. Wir werden in Humen das Museum zum Opiumkrieg besuchen um mehr über den ersten und zweiten Opiumkrieg zu berichten.
Fuzhou beherbergt wie die Insel Gulangyu ein Quartier, wo es etliche Konsulate europäischer Länder hatte. Was mich beeindruckte war ein riesiger neuer Schulhausbau, daneben steht das historische Gebäude des französischen Konsulats, das dem Zerfall nahe ist. Dank Marias Charme konnten wir das amerikanische Konsulatsgebäude besuchen. Man fühlte sich einige Jahrhunderte zurück in die Kolonialzeit versetzt.
Links: Das neue Schulgebäude. Mitte: Französisches Konsulat. Rechts: "Ruine" des französischen Konsulats.
Rechts: Amerikanisches Konsulat. Die Böden und Treppen sind noch Original, sehr eindrücklich.
Das Museum, ein gewohnt überdimensionierter und eindrücklicher Bau, hat uns etwas enttäuscht. Ein durchschnittlicher Rundgang durch die Geschichte von Fujian und eine Sonderausstellung über Tee, begeisterte uns weniger.
Mitte rechts: Ein Seladon-Keramik-Krug mit fünf Öffnungen. Grabbeilage Jin Dynastie (317-420)
Von Fuzhou aus haben wir dann die junge Familie bei den Eltern des Mannes besucht, die wir in Xiamen kennen lernen durften. Wir erlebten eine für uns unvergessliche Zeit. Wir haben ein Didi bestellt und sind an einen kleinen Ort namens Zhuli über Land gefahren, wo wir uns bei einem Café treffen
wollten. Der Fahrer setzte uns Punktgenau ab, doch ein Café haben wir keines gesehen. Der Fahrer wartete einen kurzen Moment und wir suchten ...und fanden auf einer Anhöhe ein Café. Alles klar, wir sind angekommen. Ein Freund mit Frau und Kleinkind des jungen Paares mietet dort das ganze Haus. Wir wurden herzlich empfangen und ein feines Essen wurde für alle Gäste aufgetischt. Der Künstler führte uns durch sein Atelier und die Ausstellungsräume.
Anschliessend zogen wir durch das Dorf. Es hat nicht mehr viele Einwohner. Auffallend war, dass mehr ältere Menschen dort wohnen. Die Jungen zieht es eher in die Stadt oder in die Ferne. Ein anderes Freundespaar lud uns ein. Er ist freiberuflicher Fotograf und seine Frau bearbeitet die Bilder. Auch hier durften wir ihr eindrückliches Atelier besuchen. Im Anschluss wurden wir alle zum Abendessen eingeladen. In ihrer Küche wurden uns Spezialitäten aufgetischt die wir sehr schätzten. Nach dem Essen war plötzlich eine Gitarre an der Schulter eines Freundes und er begann wunderschön zu spielen. Die ganze Equipe begann begeistert
und glücklich "Sailing", "Yesterday", "Yesterday Once More" und viele andere Lieder aus den siebziger Jahren zu singen. Wir fühlten uns mindestens 30 Jahre jünger. Spät in der Nacht sind wir dann zu den Eltern des jungen Paares gefahren, welche in Guancan leben und durften ein Zimmer beziehen.
Zuerst das feine Essen, dann der Gesang zum Gitarrenspiel bis in die Nacht hinein.
Ein unvergesslicher Moment in unserem Leben - herzlichen Dank den Gastgebern (ganz links aussen).
Am darauffolgenden Morgen spazierte ich durch das friedliche Dorf. Es war ruhig und der Nebel lag noch dicht über dem Boden. Vor einigen Häusern sassen ältere Menschen und plauderten zusammen. Mit der Zeit hat sich der Nebel gelockert. Plötzlich waren die umliegenden Berge gut zu sehen.
Mein Begleiter auf dem Rundgang durch das Dorf. Ein herrlicher, privilegierter Arbeitsplatz.
Zum Frühstück war ich zurück. Die Mutter des Gastgebers hat in ihrer Küche ein exzellentes chinesisches Frühstück mit Gemüse aus dem Garten zubereitet. In China ist es nicht üblich zu warten, bis alles auf dem Tisch ist. Sobald die ersten Gerichte auf dem Tisch stehen setzt man sich nacheinander an den Tisch und beginnt einfach mit Essen. Die Mutter setzt sich an den Tisch, wenn das letzte Gericht zubereitet ist. Der Vater kam beim Frühstück einmal vorbei und verliess die Tafel wieder ohne zu essen. Als wir alle fertig gegessen hatten kam er wieder vom Hof, setzte sich und ass sein Frühstück mehr oder weniger alleine.
Nach dem Frühstück zogen sich alle für einen Moment zurück und man genoss einfach die Ruhe. Die junge Familie in ihrem Lesezimmer, Maria und ich um das Haus herum.
Regelmässig durfte man Kamelien bewundern. Bild rechts: Aus Xiamen, wo wir uns kennenlernten.
Anschliessend fuhren wir in die Stadt Luoyuan. Unweit davon wurden wir von einem befreundeten Paar zum Tee eingeladen. Die Wohnung, welche sie nach ihren Vorstellungen umgebaut haben, ist phantastisch. Wir genossen das Zusammensein. Anschliessend haben wir ganz in der Nähe ein sehr kleines Freilichtmuseum der Minderheit She besucht.
Links: Der Teegenuss im Traumheim. Rechts: Vor dem historischen Gebäude mit Ateliers.
Es ging weiter zu einem besonderen Museum, welches von einem Fachmann für Chinalack bewirtschaftet wird. Er führte uns durch seine Ateliers und brachte uns mit Herzblut die Kunst der Verarbeitung dieser exklusiven Produkte näher. Anschliessend zelebrierte er uns einen Teegenuss.
Wir sind dann spät nachts wieder
in das Dorf zurückgefahren und erholten uns bei einem angenehmen Schlaf im Dorf
mitten in der Natur. Anderntags ging ich wieder vor dem Frühstück durch das Dorf. Erneut sassen bereits einige Bewohnerinnen und Bewohner vor ihren
Häusern und plauderten zusammen. Mich haben sie jeweils etwas kritisch
beobachtet. Ein Lauwei sieht man hier nicht alle Tage. Wenn ich
"Nihao" sagte, kam, manchmal mit etwas Verzögerung, ein ebensolcher Gruss lächelnd und halt ungewohnt zurück. Oben im
Dorf war ein rythmischer Trommel-, Glocken und Trompetenklang zu hören. Ein
Mann mit einem roten Umhang und einer Kopfbedeckung sprach wohl ein längeres
Gebet. Ich blieb einen Moment davorstehen. Es beeindruckte mich sehr.




Stimmungsbilder aus dem Dorf. Unten rechts: Der betende "Priester".
Wir haben unsere Koffer gepackt und waren zur Abfahrt bereit. Da sah ich vom ersten Stock her, dass zwei ältere Frauen die Hecke vor ihrem Haus schneiden. Mir wurde gesagt, dass die ältere Dame 92 Jahre alt sei, die Jüngere sei ihre Tochter. Wie sie die Hecke geschnitten haben war in meinen Augen schon etwas kriminell. Sie hatten eine kleine Holzbank vor die Hecke gestellt und die jüngere Frau ist auf die wackelige Bank gestiegen. Ich konnte nicht länger zuschauen und bin zu den beiden Damen gegangen. Mit Handzeichen deutete ich ihnen, dass ich helfen möchte. Spontan gaben sie mir die Heckenschere in die Hand und sagten sofort, mit leuchtenden Augen und ebenfalls mit Handzeichen, wo und wie ich schneiden kann. Kurz darauf kamen auch die Nachbarn dazu, wir lachten fröhlich und schnitten motiviert. Im Handumdrehen war die Hecke fertig geschnitten.
Die Zeit ist gekommen um sich zu verabschieden und zu danken. Eine unvergessliche Begegnung. Wir verabschiedeten uns nicht mit einem "adieu", sondern mit "au revoir". Herzlichen Dank für die gemeinsame Zeit. Es war herrlich.
Abschied zuhause ...und beim Bahnhof Luoyuan.
Ganz herzliche Grüsse in unsere
Heimat, Maria und Christian

Scheint ein weiterer sehr spannender Abschnitt in China gewesen zu sein. Weiterhin viel Spass!
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