107 - China auf Wiedersehen - Hello Heimat
Während den letzten zwei Monaten in China begannen die Rückreisevorbereitungen. Nichts desto trotz unternahmen wir noch intensive Reisen in der Grossregion von Shanghai. Diese Reisen habe ich im Reisebericht 105 und 106 mit vielen Fotos festgehalten. Das Flugticket für den Heimflug buchten wir schon im Dezember 2024. Während den letzten Tagen in Shanghai galt es, nebst Erledigung von behördlichen Anforderungen, etliches zu packen. Wir kauften noch einige Souvenirs für die Daheimgebliebenen ein. Für uns fanden wir schlussendlich keine Zeit mehr, Kleider oder Souvenirs zu kaufen. Das macht ja eigentlich nichts, unsere Souvenirs stecken vor allem in unseren Köpfen.
3 – 2 – 1, der vorletzte Tag ist angebrochen. Wir packen unsere Koffer definitiv. Für den Flug kauften wir Tickets, die 40Kg Gepäck pro Person zuliessen. Schlussendlich checkten wir mit gesamthaft 63 Kg in den Koffern plus bestimmt 20 Kg als Handgepäck ein. Auf Wiedersehen China – Hallo Heimat, wir kommen. In unserem Reisebericht 106 sind einige Fotos der letzten Stunden in Shanghai.
Die Nichte von Maria, Yan, wollte uns in Genf
mit dem Auto abholen. Das wäre ja sehr angenehm, doch es ist in keinem
Verhältnis. Ich bin kein Grüner, aber wenn ich etwas für den Umweltschutz
beitragen kann mache ich das gerne. Nach der Landung am 25.2.25 in Genf nahmen wir
den Zug bis Freiburg. Von hier aus ist es angenehm, wenn wir mit all unseren
Koffern nicht allzu oft umsteigen müssen. Yan war pünktlich hier am Bahnhof und wir
stiegen etwas müde mit all unserem Gepäck ins Auto und gingen davon aus, dass
wir nach Düdingen zu Jian fahren, um uns nach der langen Reise zu erholen. Wir
haben die Rechnung ohne die Güte von
Yan gemacht. Sie insistierte
darauf, uns zuerst nach Courgevaux zu fahren und sagte, dass wir uns doch bei
ihr am besten erholen könnten. Wir sassen in ihrer Wohnung und Yan berichtete
beinahe ununterbrochen. Maria sass auf einem Sessel und konnte die Augen kaum
offenhalten. Ich machte derweil einen längeren Spaziergang in der mir bekannten
Umgebung. Mitte Nachmittag, zurück in der Wohnung, bat ich, uns doch nach
Düdingen zu fahren. Nun ist es eine chinesische Tradition, dass man bei einer
Heimkehr Spaghetti isst (bei der Abreise Dumplings). Yan kochte uns Spaghetti
und wir assen zusammen. Etwas viel später als gedacht fuhr sie uns zu Jian nach
Düdingen. So gut gemeint, aber wir waren froh, dass wir uns in einem angenehmen
Bett zur Ruhe legen konnten. Übrigens, Jian kochte dann auch noch Spaghetti.
Maria konnte nicht mehr, ich habe der Tradition folgend noch eine Portion
gegessen.
Zwei Tage später, am 27. Februar fuhren wir
mit dem Bus nach Murten. Einige Veränderungen der Altstadt haben wir erkannt,
doch die Stadt als solche ist einfach wunderschön geblieben. Unser Herz schlug
höher als wir durch die Gassen gingen und ab und zu jemandem begegneten. Es gab
einige herzliche Wiedersehen mit einem kurzen «Schwatz».
Wir richteten uns in der Wohnung bei Jian ein. Er überliess uns sein Schlafzimmer. Das ist sehr grosszügig und wir sind dankbar, doch wenn sich die Wohnungssuche etwas in die Länge ziehen würde, wäre es uns nicht mehr angenehm. Wir sind zuversichtlich, bald wieder eigene vier Wände beleben zu dürfen und nicht mehr aus dem Koffer leben zu müssen. Ein Auto zu kaufen war einfacher als eine Wohnung finden. Es ist möglich mit dem ÖV zu reisen, doch man ist halt nicht so felxibel und schnell.
Wir durften drei Fahrzeuge probefahren. Das Dritte überzeugte uns und wir kauften einen vierjährigen MB A 180. Ein tolles Fahrzeug, wir sind sehr zufrieden. Nun konnten wir kurzfristig mehrere Termine am selben Tag für Besichtigungen von Wohnungen, Arzttermine und amtlichen Pflichten erfüllen, wahrnehmen. Oberste Priorität hatte jedoch auch der Besuch unserer nächsten Familienangehörigen wie die Familien von Philipp in Bremgarten bei Bern (die wir noch mit dem ÖV besuchten) und Dominik in Trimmis, sowie weitere Verwandte und Freunde. Fast zwei Jahre lang haben wir uns nicht mehr gesehen.
Philipp lebt mit seiner Familie in Bremgarten und es freut uns zu sehen, dass die ganze Familie wohlauf ist. Dominik lebt mit seiner Familie im fernen Trimmis bei Chur. Auch sie freuen sich an bester Gesundheit und sind wohlauf. Das lässt unsere Herzen hochschlagen.
Die Wohnungssuche machte mir schon etwas Kopfzerbrechen. Unser Ziel war es, in Murten, möglichst im Raum Bahnhof eine Wohnung zu finden. Etliche Inserate haben uns angesprochen und wir konnten Besichtigungen wahrnehmen. Eine Wohnung im Engelhardquartier (EH) beim Bahnhof, die bereits leer stand und eigentlich bezugsbereit war, hätte uns gepasst, wenn die Verwaltung rasch reagiert hätte. Ich telefonierte einige Male und erklärte unsere Situation und dazu, dass wir kurzfristig schon einziehen könnten. Die Mühlen drehen scheints nicht nur bei Beamten langsam. Nach gut drei Wochen erhielt ich eine Information, dass ich noch ein Dokument einsenden solle. Das machte ich umgehend. Dann hörte ich wieder nichts mehr. Ein anderes Inserat für eine Wohnung an der Freiburgstrasse (FS) fiel uns auf und wir vereinbarten einen Besichtigungstermin. Kurz nach der Besichtigung derselben erhielt ich einen Anruf, dass wir die Wohnung EH mieten könnten. Ich vertröstete die Dame indem ich ihr sagte, dass wir gerade zwei Wohnungen vergleichen. Sie werde einen Rückruf von mir erhalten. Maria und ich sassen am Notebook und hielten + und – fest. Schlussendlich entschieden wir uns für die Wohnung an der FS. Wir fuhren zur Immobilienagentur. Nach einer kurzen Besprechung wurde uns die Wohnung schriftlich zugesichert. In der Folge rief ich in Bern an und teilte mit, dass wir die Wohnung EH nicht beziehen werden. Ab 1. Juni werden wir offiziell einen festen Wohnsitz haben. Wir freuen uns, wieder eine Wohnung in Murten zu haben und unsere eigenen vier Wände einrichten zu können. Unser Haushalt lagert noch in Bösingen in einem 30m2 Container. Den werden wir bald abrufen können.
In den Tagen seit der Ankunft am 25.2.25 bis zum Einzug am 1. Juni werden wir unsere Heimat wieder neu entdecken. Wir stellen jeden Tag erfreut fest: «Wir leben in einer herrlichen Gegend und einer freundlichen Gesellschaft». Dafür sind wir sehr dankbar und glücklich.
Während dem Aufenthalt bei Jian profitierten wir, nebst den Besuchen bei Familien und Verwandten auch, die Region rund um Düdingen herum und weitere Orte und Städte wieder zu sehen und zu entdecken. So führte uns der Weg zur Einsiedelei und der Grandfey-Brücke, dem Pérolles-See und der Altstadt von Freiburg. Das Naturschutzgebiet Düdinger Möser vom Toggeliloch her hat uns besonders fasziniert. Ebenso beeindruckte uns das "Stille Tal" am Schiffenen-Stausee bis hin zu Bad Bonn.
Der
Saane entlang von der Staumauer Schiffenen zu spazieren, am Naturschutzgebiet
Auried vorbei bis nach Laupen, ist einfach eine eindrückliche Landschaft.
Um den Schwarzsee wanderten wir mit meiner Mutter. Da machten wir uns schon etwas Sorgen. Für sie war es bestimmt eine grössere Herausforderung, doch sie schien es zu geniessen. Zu einem Mittagessen kamen wir zu spät, doch nach der Karte gab es noch Apfelstrudel mit warmer Vanillesauce. Das freute den Gaumen und das Zusammensein. Das Guggershörnli besuchten wir zusammen mit Jian. Eine besondere Gesteinsformation mit herrlicher Aussicht Richtung Jura und Alpen.
Als waschechte Freiburger hatten wir natürlich auch das Schloss
Greyerz auf unserer Wiederentdeckungsliste. Das Lavaux bis Genf war auch einmal
Ziel unserer Wiederentdeckungsreisen in der Heimat. Einmal mehr sind wir uns
bewusst, welche Lebensqualität wir in der Schweiz geniessen dürfen. Es ist
nicht selbstverständlich und wir sind dafür von Herzen dankbar.
Schlaraffia, der Männerbund welcher Freundschaft, Kunst und Humor pflegt, fehlte mir zwischendurch ein bisschen. Nun kann ich seit dem 10. März an den von Oktober bis April jeweils am Montag stattfindenden Sippungen (Vereinstreffen) wieder teilnehmen.














































Kommentare
Kommentar veröffentlichen