110 - Malta

 Malta, eine Insel mit besonderer Geschichte 


Vor knapp 6 Millionen Jahren existierte das Mittelmeer noch nicht. Es war grösstenteils eine Salzwüste ohne Wasserzufuhr.  Vor über 5 Millionen Jahren öffnete sich die Enge bei Gibraltar und mit der Zanclean-Flut füllte sich das Mittelmeerbecken innert kürzester Zeit. Das heutige Malta, seit 2004 als kleinster Staat und Mitglied der EU, besteht er nebst vier bis sechs unbewohnten kleinen Inseln aus drei bewohnten Inseln. Die Hauptinsel ist Malta mit der neuen Hauptstadt Valletta. Die zweite grössere bewohnte Insel Gozo beherbergt den Tempel von Malta, eine neolithische Megalithanlage, seit 1980 UNESCO Weltkulturerbe, welche vor knapp 6'000 Jahren erbaut wurde. Die dritte Insel ist sehr klein. Es hat Platz für einige grössere Hotels und gilt als ein kleiner Strandferienort mit einzelnen Sehenswürdigkeiten. Die drei Inseln sind mit einer Fähre verbunden.  

Malta hat etwas über 500'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Einfluss der Karthager, Römer, Byzantiner und Araber ist immer wieder sichtbar. Von 1798 bis 1800 war Malta kurz unter französischer Herrschaft. Im Anschluss war Malta von (offiziell) 1814 bis 1964 eine britische Kolonie. Die Menschen sind durchwegs zweisprachig. Sie sprechen maltesisch und lernen schon in der Grundschule Englisch. Übrigens, der Fahrer, ein Malteser aus einer Familie, die seit Generationen auf Malta lebt, sagte uns, dass es auf Malta 365 Kirchen gebe. 


Nun aber zu den Sehenswürdigkeiten, welche wir besuchen durften. Beginnen wir bei Mdina, welche bis zur Ankunft des Johanniterordens im Jahr 1530 Hauptstadt von Malta war. Mdina blieb als Wohnsitz des Adels und diente in der Vergangenheit als Filmkulisse für Weltklasse-Filme. Die Altstadt mit ihren Mauern und den engen Gassen ist eine beliebte und sehenswürdige Touristenattraktion. Wir wollten die Erzbischofkathedrale besuchen, doch diese konnte nur mit einem Kombiticket Museum/Kirche besucht werden. Die Fresken der Kathedrale sind wohl vergleichbar mit denjenigen der St. Paul’s Kathedrale in Villetta. In Anbetracht, dass wir etwas sparen müssen um die von der Gemeindeverwaltung Murten erhobene Steuer (im Gegensatz zu anderen Gemeinden, welche abgemeldeten Menschen ohne Rechte und Pflichten fairerweise keine Steuer einziehen) berappen zu können, verzichteten wir auf den Besuch dieser Gebäude.

  

Das St. Peter's Monastery in Mdina, das heute als Museum besucht werden kann, zeigt das einfache, streng strukturierte Leben der Nonnen, die im Gebet lebten. Schlafsaal, Gebetskapelle, Arbeitszimmer bis hin zur Waschküche. Bild rechts aussen: Ein typischer Haustürklopfer in der Form eines Delphins. 

Valletta ist seit seiner Gründung im Jahr 1566 die neue Hauptstadt von Malta. 1571 verlegte auch der Malteserorden seinen Hauptsitz in die befestigte Stadt. Die Stadt beherbergt eindrückliche Bauten wie zum Beispiel die St. John’s Kathedrale, der historische Upper Barrakka Garten mit seinem eindrücklichen Panorama, das Fort St. Elmo bis hin zum Grossmeisterpalast. Beginnen wir bei der St. John’s Kathedrale, dem maltesischen Juwel barocker Kunst. Jeder Quadratzentimeter ist in minutiöser Kunst gestaltet. Eine Nische nach der anderen, die von Ordensrittern finanziert wurden, ist reicher gestaltet als die andere. Die Marmorböden bilden ein farbenfrohes Steinmosaik. Im Zentrum ist ein Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio das die «Enthauptung des heiligen Johannes» festhält. Da kann es einem schon etwas kalt über den Rücken gehen. Caravaggio ist ein Meister des Barocks mit Hell-Dunkel Kontrasten bei biblischen Szenen. Er ist nicht zu verwechseln mit dem wohl bekannteren Michelangelo Buonarroti, welcher Maler, Bildhauer und Architekt der italienischen Hochrenaissance war, der nebst kirchlichen Sujets auch heroische Darstellungen fertigte.



Das Fort St. Elmo ist gut erhalten und die Ausstellung in den Mauern erklärt auf eine moderne und eindrückliche Art mit vielen Videos die Geschichte Maltas. 

 

Nun zum Grossmeisterpalast. Der im 16. Jahrhundert errichtete Bau diente im Laufe der Zeit verschiedenen Machthabern als Amtssitz. Die grosse Ratskammer diente als Versammlungsraum. Die Rüstungshalle ist bestückt mit unzähligen Rüstungen, Waffen und Auszeichnungen aus vergangenen Zeiten. Vom Malteserorden und dem Malteserkreuz will ich nichts schreiben. Ich verlor mich im Internet und könnte in wenigen Sätzen wohl kaum eine Zusammenfassung schreiben. Nur kurz zu den Kreuzrittern im Mittelalter. Ihr Ziel war, durch den Papst initiiert, die «Rückeroberung», respektive die Befreiung Jerusalems und dem heiligen Land. Der Weg führte zu dieser Zeit oft über Malta, Rhodos und dann nach Jerusalem. Die Menschheit lernt wohl nie aus, auch heute gibt es leider immer noch Machthaber, die Nachbarländer «befreien» wollen und andere eingebildete, grössenwahnsinnige Machthaber, die ganze Inseln einfach «kaufen» wollen.



Die Stadt Valletta als solche beheimatet spannende historische Gebäude und vielseitige Geschäfte, gemütliche Cafés, Restaurants und belebte Plätze. Wir genossen mehrmals in einem traditionellen Café eine Pause und abends feines Essen in Restaurants in der Stadt bis hin zu einem Hummerschmaus in einem Gasthaus aus dem Michelin-Führer. 


Bild rechts aussen: ...endlich wieder einmal Hummer, Maria geniesst es sichtlich 😊.

Beim Ausflug mit dem öffentlichen Bus – übrigens sehr gut vernetzt - nach Marsaxlokk war das Wetter nicht so schön. Der Besuch des Fischerdorfes mit den bunten Fischerbooten bleibt uns trotzdem in bester Erinnerung.  


Ein Tagesausflug mit einem Hoteltaxi führte uns auf die Insel Gozo. Wir hielten für einen Fotohalt beim Popeye-Village und fuhren mit der Fähre auf die Insel. Wir wollten zuerst den Ggantija-Tempel besuchen. Als wir vor dem Eingang standen mussten wir feststellen, dass die Tempelanlage momentan geschlossen ist. So begnügten wir uns mit einem gut bebilderten Prospekt. Während unseren Reisen, vor allem durch Italien und die Bretagne, können wir uns die aktuelle Tempelanlage gut vorstellen. In der Folge liessen wir uns rund um die kleine Insel fahren. Machten hier einen kurzen Halt und dort einen Stopp um die Natur zu bestaunen. Die eindrücklichen Dingli-Felsen ragen teils über 250 Meter steil in die Höhe.

 


Wir logierten im Hotel Excelsior am Stadtrand von Valletta. Sie boten alle 20 Minuten einen Shuttlebus zum Eingang der Altstadt an, den wir regelmässig nutzten. Das Personal war stets sehr freundlich und kompetent. Das Zimmer grosszügig und angenehm, auch wenn etwas ins Alter gekommen… wie wir 😊. Das grosse gedeckte Schwimmbad nutzten wir auch öfters. Das Frühstück war vielseitig. Wenn wir jedoch die Hotelkategorie und den Preis mit einem gleichartigen Hotel in China vergleichen, na ja, da könnte die Hotellerie in Malta noch etwas dazu lernen. Doch zusammengefasst, wir fühlten uns wohl und genossen die Woche auf Malta.

Blick vom Frühstücksraum.


Erinnerung an den 1. Januar 2026. Gut ins neue Jahr gerutscht, unglücklich am Vully ausgerutscht!










Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Paestum - Neapel zum Jahresbeginn 2022

106 - Nanjing, Yangzhou, Wuxi und Suzhou. Anschliessend Vorbereitungen zur Heimreise in Shanghai.

103 - Von Zhangjiajie und seiner Region bis zum Fanjing-Berg